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Neujahrsempfang 2026: „Wesentliches für Brühl und Rohrhof erhalten“

Beim Neujahrsempfang 2026 der Gemeinde Brühl begrüßte Bürgermeister Dr. Ralf Göck über 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und...
Neujahrsempfang 2026–- Bürgermeister Dr. Ralf Göck am Rednerpult.
Foto: Lenhardt

Beim Neujahrsempfang 2026 der Gemeinde Brühl begrüßte Bürgermeister Dr. Ralf Göck über 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Bürgerschaft, darunter die Landtagsabgeordneten Dr. André Baumann und Andreas Sturm sowie Schwetzingens OB Matthias Steffan, die beiden aus Brühl stammenden Bürgermeister, Pascal Wasow (Epfenbach) und Selcuk Gök (Tengen) und Ortsvorsteher Theo Böhm aus dem benachbarten Otterstadt. In seiner halbstündigen Ansprache stellte er das Leitmotiv „Wesentliches für Brühl und Rohrhof erhalten“ in den Mittelpunkt und spannte den Bogen von hoher Lebensqualität über angespannte Gemeindefinanzen bis hin zu gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Musikalisch eröffnet wurde der Empfang von dem Gesangs-Ensemble „Made4Music“ unter der Leitung von Silvia Klingel. Göck dankte den vier Gesangsprofis für die Gestaltung des Vormittags und wünschte allen Anwesenden ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Hohe Lebensqualität in Brühl und Rohrhof

Der Bürgermeister betonte, dass Brühl trotz globaler Krisen weiterhin gute Zukunftschancen habe. Die Nähe zur Natur, eine verkehrsgünstige Lage, sanierte Schulen, moderne Kindertageseinrichtungen, eine gute Nahversorgung sowie ein vielfältiges Kultur- und Vereinsleben machten die Gemeinde zu einem attraktiven Wohnort in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Brühl biete Lebensqualität für alle Generationen und gesellschaftlichen Gruppen. „Diese gute Gesamtsituation dürfen wir bei allen Herausforderungen nicht aus dem Blick verlieren“, so Göck.

Kommunen unter finanziellem Druck

Deutlich sprach Göck die zunehmenden finanziellen Belastungen der Kommunen an. Steigende Sozialausgaben, höhere Kreisumlagen und Investitionen in Pflichtaufgaben setzten die Gemeinde stark unter Druck. Allein die Kreisumlage steige von rund sieben Millionen Euro im Jahr 2025 auf etwa 8,5 Millionen Euro im Jahr 2026.

Göck forderte Reformen sowohl auf der Ausgaben- als auch auf der Einnahmenseite und plädierte für Gerechtigkeit bei der Finanzierung der zahlreichen teilweise neuen Aufgaben von der Erneuerung der Infrastruktur über die Wehrhaftigkeit und Sicherheit bis hin zur Stützung der Wirtschaft. Sozialleistungen müssten überprüft und zugleich breitere Schultern stärker herangezogen werden.

Offenheit bei Leistungen und Standards

An konkreten Beispielen machte der Bürgermeister deutlich, dass nicht alle Wünsche erfüllbar seien. So verursache das Hallenbad jährlich hohe Defizite, die nicht durch zusätzliche Angebote ausgeglichen werden könnten. Ziel müsse es sein, Defizite im laufenden Betrieb zu reduzieren und durch Fördermittel umfassend zu sanieren, um das Bad langfristig zu erhalten. Dafür sei eine gemeinsame Kraftanstrengung notwendig.

Auch beim Wohnungsbau sprach Göck Klartext. Zwar gebe es hochpreisige Neubauten, zugleich aber auch erschwingliche Bestandswohnungen und Wohngeld. Die neuen Sozialwohnungen der Gemeinde hätten weniger Bewerber als erwartet gefunden. Sie seien möglichen Bewerbern „zu klein“. Von einer generellen Wohnungsnot könne daher nicht gesprochen werden. Aufgabe der Kommune sei es, angemessenen Wohnraum bereitzustellen – nicht Wunschwohnungen zu bauen oder zu subventionieren.

Investitionen in Bildung und Betreuung

Brühl verfüge inzwischen über ausreichend Kindergartenplätze; deren Zahl habe sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Schulen würden gut ausgestattet und die Horte weiter ausgebaut, etwa durch den Neubau des Sonnenschein-Hortes an der Schillerschule. Trotz hoher Betriebskosten sollen die Gebühren für Kinderbetreuung auch 2026 familienfreundlich bleiben und moderat steigen. Gebührenfreiheit könne man sich jedoch in Brühl nicht leisten. Sein Dank galt den Erzieherteams bei der Gemeinde und den Kirchen und ihren Pfarrern, die einige Kindertageseinrichtungen führen.

Die Gemeinde wachse behutsam: Mit neuen Wohngebieten wie der „Grünen Mitte“ liege die Einwohnerzahl inzwischen bei rund 14.630. Gleichzeitig sei Brühl regional führend im Bereich betreuter und seniorengerechter Wohnformen: Mit 250 Heimplätzen und bald ebenso vielen „Betreuten Wohnungen“ zum selbstbestimmten Leben im Alter sei Brühl gut vorbereitet auf den demographischen Wandel.

Sowohl die Jahn- als auch die Schiller-Grundschule seien ausgebucht, die Marion-Dönhoff-Realschule verzeichne einen neuen Rekord an Schülerinnen und Schülern, dankte Göck den drei Schulteams. Das alles müsse mit weniger Mitteln von der Gemeinde geleistet werden, denn die Gemeindefinanzen seien seit drei Jahren defizitär, 2025 am wenigsten, man habe konsolidiert.

Ehrenamt, Sicherheit und Zusammenhalt

Ein besonderer Dank galt den vielen Ehrenamtlichen, etwa in Vereinen, Feuerwehr, Rotem Kreuz, Integrationsarbeit und Nachbarschaftshilfe. 60 Feuerwehrleute absolvierten 2025 insgesamt 182 Einsätze. Und feierten ihre Jubiläen „125 Jahre Feuerwehr“ und „100 Jahre Spielmannszug“, dankte er für die gut organisierten und besuchten Veranstaltungen. Auch die Polizei meldete eine weiterhin niedrige Zahl von Wohnungseinbrüchen.

Göck hob die Bedeutung von gegenseitigem Respekt, Toleranz und Mitwirkung hervor. Projekte zur Barrierefreiheit, zur Unterstützung älterer und kranker Menschen sowie zur Integration trügen wesentlich zum guten Miteinander in Brühl bei.

Er wies auf den 1050. Geburtstag des Ortsteils Rohrhof hin, der vom 17. bis 19. Juli gebührend gefeiert werde „mit einem kleinen zu der schwierigen Haushaltslage passenden Fest“. Als bleibende Erinnerung an das Ortsjubiläum errichte der Bauhof demnächst einen „Römer“-Spielplatz, der an die dort gefundenen Reste aus jener Zeit anknüpfe. Hierfür seien schon Spenden eingegangen – wer sich beteiligen möge, dürfe sich gerne melden.

Blick über die Gemeindegrenzen hinaus

Die Pflege von Partnerschaften und internationalen Kontakten sei eine wichtige Antwort auf globale Krisen. Neben den bestehenden Städtepartnerschaften Ormesson-sur-Marne, Weixdorf-Dresden und Dourtenga berichtete Göck über neue Kontakte nach Indien, insbesondere mit Blick auf die Fachkräftegewinnung. Auch Klimaschutz bleibe ein zentrales Thema, unter anderem durch das Umweltförderprogramm, kostenlose Busfahrten durch Brühl und Rohrhof und zahlreiche Bürgerprojekte, die hier mit anpacken.

Dank und Ausblick

Zum Abschluss dankte Bürgermeister Göck den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, der Volkshochschule, der Jugendmusikschule und den Machern des „Inselcamping am Kollersee“ sowie der lokalen Presse für ihre Arbeit. Er rief dazu auf, auch künftig im Gespräch zu bleiben und gemeinsam Verantwortung für die Entwicklung der Gemeinde zu übernehmen.

Gothes Grußwort:

Vereine leisten Beachtliches

In seinem Grußwort aus Sicht der Brühler und Rohrhofer Vereinswelt lobte IG-Vorsitzender Wolfram Gothe die ehrenamtlich Aktiven, erinnerte an zahlreiche Jubiläen und runde Geburtstage, an denen die „IG Vereine“ stets kleine Geldgeschenke überreiche. Aus 2025 fand er das Jubiläum der Feuerwehr besonders erwähnenswert, denn hier sei eine gute Zusammenarbeit mit Vereinen gelungen, die mit eigenen Angeboten ihre Kasse aufbessern konnten. Diese Zusammenarbeit der Vereine untereinander müsse auch im Bereich der Straßenkerwe verstärkt werden, wies er auf die nachlassende Bereitschaft der Vereine hin, an dem dreitägigen Fest teilzunehmen. Hier werde auch schmerzlich eine Veranstalterin vermisst wie die Rohrhofer „IG Sommerfest“.

Mittlerweile habe die IG 45 Mitglieder und mit dem Reiterverein „Kollerinsel“ und dem Brühler Eishockeyclub „Die Bandenmonster“ gebe es auch zwei neue.

Unter dem Motto „1050 Jahre Rohrhof – die symbadische Perle am Rhein“ feiere man in Rohrhof, sei man doch 181 Jahre älter als Brühl. Ein Festakt am Freitag, 17. Juli, und ein um einen Mittelaltermarkt „erweitertes“ Rohrhofer Sommerfest am 18. und 19. Juli bildeten das Feier-Wochenende. Weiter werde der Stabhalterplatz mit Bezug auf den letzten Stabhalter Gustav Neff eine „künstlerische“ Aufwertung erfahren.

Schließlich riet Gothe allen Gästen, ihre großen und kleinen Anlässe zu feiern, denn Feiern verbreite gute Laune und Lebensfreude und fördere den Zusammenhalt. Beispielhaft erwähnte er die Kirchengemeinden, die das Weihnachtsfest so vielfältig gefeiert hätten: „Das hat mich innerlich berührt.“

Erscheinung
Brühler Rundschau
Ausgabe 05/2026
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Orte
Brühl