Erst Theorie und dann Praxis – die diplomierte Sportlehrerin und Pedelec-Trainerin Heike Schall führte in Neuhausen im Auftrag des Kreisseniorenrates und in Kooperation mit der Gemeindeverwaltung ein Pedelec-Training durch. Neun Frauen nahmen teil, sie kamen mit ganz konkreten Fragen und Wünschen – wie richtiges Anfahren am Berg geht oder an der Ampel, wie das Fahren enger Kurven oder das Abbiegen sicher gelingt oder wie Engstellen sicher bewältigt werden können.
Die Radverkehrskoordinatorin und Mobilitätsbeauftragte der Gemeinde, Antonia Lichtenberg begrüßte die Teilnehmerinnen: „Ich hoffe, Sie nehmen alles etwas mit.“ Ein Ziel der Gemeinde sei es, eine gute Radverkehrsinfrastruktur zu schaffen, die für die Radfahrenden sicher sei. „Das geht aber leider manchmal nicht so schnell.“ Eins der nächsten großen Projekte ist die Umgestaltung der Gartenstraße zur Fahrradstraße.
Pedelecs sind bequem zu fahren, aber zum sicheren Fahren gehört es auch, sein Fahrrad zu kennen, um etwa beim Bremsen Geschwindigkeit und Gewicht besser einschätzen zu können und sein Bremsverhalten entsprechend anzupassen. Unfallstatistiken zeigen, dass gerade ältere Menschen besonders häufig mit dem Pedelec verunglücken. Der Kreisseniorenrat bietet nun kreisweit diese präventiven Pedelec-Kurse an.
Die Frauen waren gekommen, weil sie ihre Fahrräder besser kennenlernen wollten, weil sie brenzlige Situationen erlebt hatten und besser gewappnet sein wollten, sich Tipps für die verschiedensten Situationen erhofften und insgesamt mehr Sicherheit wünschten.
Die Trainerin Heike Schall betonte, wie wichtig es sei, auf sein Bauchgefühl zu hören, in kritischen Situationen beispielsweise anderen nicht einfach hinterherzufahren. Und sie sagte: „Seid geduldig mit euch, es braucht viele Versuche, bis etwas automatisiert ist.“ Bevor alle starteten, prüfte sie den richtigen Sitz des Fahrradhelms und sie pumpte bei Bedarf die Fahrradreifen auf. Es folgten viele Tipps und Tricks, etwa einen Punkt am Ende der Engstelle zu fixieren, um sicher geradeaus zu fahren. Mit einem minimalen Ausgleich in der Körperhaltung kann man problemlos einhändig fahren und auch das wichtige Handzeichen beim Abbiegen geben, beim Anfahren an einer Ampel oder am Berg rät sie zu einem niedrigen Gang und einem hohen Antriebsmodus. Die Gangschaltung lässt sich nur beim Fahren verändern, der Motor auch im Stehen. Sie empfiehlt: „Es ist extrem wichtig, vorausschauend zu fahren“. Und auch das muss man immer wieder üben.

