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Niederlage gegen Meister Ispringen

Die Ringerhalle in Hemsbach war am vergangenen Samstag gut gefüllt. Die Stimmung war gespannt, laut, hoffnungsvoll. Zu Gast war mit dem KSV Ispringen...
Für die Hemsbacher Ringer war im Duell gegen den neuen Meister Ispingen nichts zu holen.Foto: oe

Die Ringerhalle in Hemsbach war am vergangenen Samstag gut gefüllt. Die Stimmung war gespannt, laut, hoffnungsvoll. Zu Gast war mit dem KSV Ispringen der unangefochtene Spitzenreiter der Verbandsliga Nordbaden – und genau diese Klasse zeigte der Tabellenführer beim 27:12-Auswärtssieg eindrucksvoll.

Der Abend begann bitter für den KSV Hemsbach. In den unteren Gewichtsklassen gingen mehrere Kämpfe sehr schnell verloren. Mattis Otto, Oliver Lehnert und Bener Ibrahim Kaya mussten ihre Kämpfe jeweils per Schultersieg abgeben. Ispringen nutzte jede Unachtsamkeit konsequent aus und setzte früh ein deutliches Zeichen. Auch Kevin Fluh und Mahmud-Malik Gül fanden gegen technisch starke Gegner kaum Mittel. Zur Pause stand es bereits 4:16 – ein Zwischenstand, der den Kräfteunterschied klar widerspiegelte.

Doch Hemsbach zeigte Moral. Schwergewichtler Amin Maleki sorgte mit einem dominanten Schultersieg für einen der emotionalen Höhepunkte des Abends. Die Halle war da, der Glaube kurz zurück. Auch Falu Lowe überzeugte im griechisch-römischen Stil mit einem klaren Sieg durch technische Überlegenheit. Zudem gingen vier Punkte kampflos an Esmail Hajibabaei, da Ispringen in dieser Gewichtsklasse nicht besetzt war.

Trotz dieser Lichtblicke blieb das Gesamtbild ernüchternd. Ispringen war reifer, abgeklärter und in den entscheidenden Momenten einfach besser. Hemsbach hielt phasenweise dagegen, konnte das hohe Niveau aber nicht konstant mitgehen. Der siebte Tabellenplatz nach dem Kampf passt zur bisherigen Saison: Einsatz und Wille sind da, doch es fehlt zu oft an Durchschlagskraft und Konstanz.
Für den KSV Ispringen gilt großer Respekt: Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft und zum verdienten Aufstieg in die Oberliga. Für Hemsbach bleibt die Aufgabe, die Saison ehrlich zu analysieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen – damit aus Einsatz auch wieder Ergebnisse werden.

Auch Hemsbach II verliert

Auch die 2. Mannschaft war an diesem Abend wieder im Einsatz. Sie hieß Schriesheim willkommen für einen Schlagabtausch in der Landesliga Gruppe 3. Der Abend begann vielversprechend. Maksym Shkarupa setzte gleich im ersten Kampf ein Ausrufezeichen. Mit viel Druck und guter Technik brachte er seinen Gegner Adrian Antunovic früh in Bedrängnis und sicherte Hemsbach II einen Schultersieg samt vier Mannschaftspunkten. Der Jubel in der Halle war laut. Doch schon in den folgenden Kämpfen zeigte sich, wie schwer die Aufgabe an diesem Abend werden würde. In den oberen Gewichtsklassen musste Hemsbach II mehrere schnelle Niederlagen hinnehmen, unter anderem durch Schultersiege und kampflose Punkte für Schriesheim. Trotz des Rückstands ließ sich die Mannschaft nicht hängen. Abdul Mosawer Safi zeigte im 86-Kilo-Freistil einen konzentrierten und ausdauernden Kampf. Mit kluger Taktik und starkem Willen drehte er den Kampf zu seinen Gunsten und holte einen wichtigen Punktsieg. Kurz darauf sorgte Emilio Castellani für einen weiteren Höhepunkt aus Hemsbacher Sicht. Er kämpfte offensiv, sammelte Punkt um Punkt und beendete seinen Kampf mit einem Schultersieg, der die Zuschauer noch einmal mitriss.

Nach der Pause versuchte Hemsbach II, den Rückstand zu verkürzen. Erneut war es Maksym Shkarupa, der Verantwortung übernahm und auch seinen zweiten Kampf des Abends gewann. Auch kampflose Punkte durch unbesetzte Gewichtsklassen auf Seiten Schriesheims halfen, das Ergebnis etwas freundlicher zu gestalten. Dennoch blieb Schriesheim insgesamt konstanter und nutzte die personellen Lücken bei Hemsbach II konsequent aus.

Am Ende stand eine Niederlage, die weh tut, aber auch ein Spiegel der Saison ist. Die Mannschaft zeigte Herz, Kampfgeist und einzelne starke Leistungen, musste jedoch erneut erkennen, dass Ausfälle und fehlende Besetzung auf diesem Niveau schwer zu kompensieren sind. Der fünfte Tabellenplatz ist nicht das, was man sich vor der Saison erhofft hatte, aber die gezeigten Einzelleistungen machen Mut.
Nun gilt es, die Saison ehrlich zu analysieren, weiter zusammenzuwachsen und in den kommenden Kämpfen wieder geschlossener aufzutreten. Der KSV Hemsbach II hat gezeigt, dass er mithalten kann – jetzt geht es darum, diese Ansätze in Punkte umzuwandeln.

Jugend

Neben dem Ligakampf stand der Abend auch ganz im Zeichen des Nachwuchses und der Vereinsfreundschaften. Im Rahmen von Freundschaftskämpfen waren die Mannschaften aus Schriesheim, Nieder-Liebersbach und Laudenbach zu Gast in Hemsbach. In lockerer, aber dennoch sportlich konzentrierter Atmosphäre bekamen junge Ringer die Möglichkeit, wertvolle Kampferfahrung zu sammeln und sich unter Wettkampfbedingungen zu messen. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Nachwuchs im Kampfrichterwesen. Mit Jona Bleß und Luise Fuhr standen zwei junge Kampfrichter auf der Matte, die erstmals in diesem Rahmen eingesetzt wurden. Der KSV Hemsbach nutzte bewusst diese Gelegenheit, um ihnen Verantwortung zu übertragen und praktische Erfahrung zu ermöglichen. Beide leiteten ihre Kämpfe ruhig, aufmerksam und mit sichtbarem Engagement – ein wichtiger Schritt auf ihrem Weg im Ringersport.
Diese Freundschaftskämpfe zeigten eindrucksvoll, dass Ringen weit mehr ist als reine Ergebnisse. Es geht um Entwicklung, Vertrauen und Zusammenhalt über Vereinsgrenzen hinweg. Der KSV Hemsbach unterstrich damit einmal mehr seinen Anspruch, nicht nur sportliche Leistungen zu fördern, sondern auch aktiv in die Zukunft des Ringens zu investieren – auf und neben der Matte. (pm/red)

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