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Petition zeigt Wirkung

Notfallhilfe Bad Schönborn mit TV-Begleitung im Einsatz

Fast 50.000 Unterschriften und der öffentliche Druck haben zum Erhalt des Helfer-vor-Ort-Systems beigetragen.
Hand in Hand mit der Feuerwehr arbeiten die Notfallhelfer vor Ort in Bad Schönborn. Hier bei der großen Jahresübung.Foto: cm

„Manchmal könnte man meinen, die Leute ahnen, dass wir gerade nach Hause kommen, denn kaum haben wir die Tür aufgeschlossen, geht schon der Alarm los“, sagt Gaby Wagner. Als Ehefrau des Bereitschaftsleiters der Nothilfe des DRK-Ortsvereins Bad Schönborn, Jürgen Wagner, ist sie daran gewöhnt, dass er zu allen Tages- und Nachtzeiten angepiepst wird.

Rasche Erstversorgung

Wer viel im Ort unterwegs ist, kommt manchmal auch auf dem Hin- und Rückweg zu einem Ziel an einem Einsatz vorbei. Am Jahrmarktwochenende möchte eine Frau eine kurze Rast auf einer Bank einlegen. Im selben Moment wird sie ohnmächtig und schlägt sich jedoch den Kopf an der Bankkante auf. In kürzester Zeit bildet sich eine riesige Beule, und die Frau ist blutüberströmt. Es dauert eine ganze Weile, bis der Notarzt kommt, den die Frau eigentlich gar nicht alarmiert haben möchte. Bis der Wagen eintrifft, haben Janina Hellmann, Malte Schmidt und Jürgen Wagner die 58-Jährige bereits erstversorgt und den Enkel beruhigt. Bis vor Kurzem kein selbstverständlicher Vorgang, denn auf Drängen der Landesregierung sollte die Alarmierung der „Helfer vor Ort“ bei bestimmten Einsatzstichworten nicht mehr erfolgen.

Petition mit 50.000 Unterschriften

Die Petition „Minuten entscheiden über Leben – Helfer vor Ort erhalten“, zeigte nun Wirkung. Fast 50.000 Unterschriften und der öffentliche Druck haben zum Erhalt des Helfer-vor-Ort-Systems beigetragen, das Anfang der 90er Jahre vom DRK im Landkreis Karlsruhe initiiert wurde. Vor allem bei Herz-Kreislauf-Notfällen sollte so schnell geholfen werden können. Der Plan des Innenministeriums, mit einer Auswahl der Stichworte zu beschränken, stieß auch deshalb auf Kritik, weil nicht alle Notfälle anfangs richtig eingeschätzt werden. Ein Herzstillstand und der Reanimationsbedarf ergeben sich oft erst vor Ort.

Bad Schönborner Helfer im TV

Die Bad Schönborner Helfer wurden jetzt auch von einem RTL-Fernsehteam im Rahmen der Serie „Feuer, Wasser, Erde, Luft – Retter in ihrem Element“ bei zwei Einsätzen begleitet. Dabei ging es auch gleich um eine Reanimation in Langenbrücken. Bernd Lober und Jürgen Wagner waren schon tätig, als Notarzt Dr. Claus Bley und das DRK Bruchsal bei dem Notfall eintreffen. 10 Minuten hatte er gebraucht, wie er auf dem Weg erklärte. 10 Minuten, in denen schon alles zu spät sein kann, weil das Gehirn dann bereits unterversorgt ist, Angehörige oft von der Situation überfordert sind oder sich nicht trauen, selbst lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. „Wir wissen sofort, wohin wir müssen und können uns auch abwechseln“, sagt Bley in dem Fernsehbeitrag. Nach einer auch körperlich anstrengenden Reanimation könne man das Hemd auswringen, sagen erfahrene Ersthelfer. Neben den vielen Einsätzen ist der DRK-Ortsverein um den Vorsitzenden Christoph Sieberg auch sonst in Bad Schönborn sichtbar. So ist er nicht nur bei Veranstaltungen wie dem Nikolauslauf oder dem Ironman im Einsatz. Erst kürzlich konnte einer Besucherin des Chorkonzerts der Konkordia sofort geholfen werden.

Tipp

Der RTL-Fernsehbeitrag kann in der Mediathek angesehen werden. (cm)

Erscheinung
Bad Schönborner Woche
Ausgabe 21/2026
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
18.05.2026
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