Im vergangenen Jahr hatte der OGV Waldprechtsweier bereits einen 3-teiligen Samenbaukurs angeboten, bei dem es darum ging, eigenes Saatgut aus samenfesten Gemüsesorten bei Selbstbestäubern zu gewinnen. Im neuen Kurs für Fortgeschrittene geht es nun darum, auch bei einjährigen Fremdbefruchtern erfolgreich Saatgut zu gewinnen. 25 Interessierte aus der Region trafen sich daher am 22. März 2026 in der Waldenfelshalle, um sich in die Theorie und das Thema einführen zu lassen.
Da es in dem Projekt darum geht, bestimmte Sorten zu erhalten und nicht nur darum, Gemüse zu ernten, kommt es darauf an, dass sich die als Samenträger vorgesehenen Pflanzen bzw. Früchte nicht mit in der Nachbarschaft stehenden anderen Sorten verkreuzen. Um diese Sortenreinheit zu gewährleisten, müssen die Blüten zum richtigen Zeitpunkt geschützt und von Hand bestäubt werden.
Und weil das nicht so einfach ist und man wissen muss, was es dabei zu beachten gilt, gab es zuerst einmal eine Einführung in die Bestäubungsbotanik. Diese gaben Maria Reisinger-Voit und Sonja Wörl vom Verein „Genbänkle e.V.“, die auch schon den Einsteigerkurs im vergangenen Jahr mitbegleitet hatten.
Anschließend gaben die beiden Expertinnen Informationen zu Anzucht, Düngung, Schädlingen und Wachstumsbedingungen und auch schon zur späteren Samenernte. Denn nicht jeder wusste, dass ein Radieschen als Samenträger 2 Meter hoch werden kann und genügend Platz sowie eine Stütze braucht.
Es gab detaillierte Informationen zu den Pflanzen, deren Anbau geplant ist: Mais, Gurke, Kürbis oder Zucchini und Radieschen. Weiterhin wurde die besondere Form des Milpa-Beets vorgestellt, eine Anbau-Methode, die schon seit 3500 Jahren in Mittel- und Südamerika praktiziert wird.
In dieser Mischkultur wird Mais zusammen mit Bohnen und Kürbis angebaut. Dabei dient der Mais den Stangenbohnen als Rankhilfe, die Bohnen versorgen als Stickstoffsammler die Starkzehrer Mais und Kürbis und der Kürbis beschattet den Boden und unterdrückt gleichzeitig die Beikräuter, eine Pflanzengemeinschaft also, in der die Pflanzen sich gegenseitig „unterstützen“. Am Ende der über 3-stündigen Einführung wurden die Samentütchen verteilt und nun kann jeder mit seiner Aussaat beginnen und sich auf den zweiten Teil freuen, der wieder in den Gärten der Referentinnen stattfinden wird.