In seiner öffentlichen Sitzung am 19. Januar 2026 befasste sich der Ortschaftsrat Neukirch ausführlich mit dem Haushaltsplanentwurf 2026 sowie dem Finanzplan der Stadt Rottweil. Oberbürgermeister Dr. Ruf verwies eingangs auf die allgemein bekannte angespannte Haushaltslage. Der Gemeinderat habe bereits umfangreiche Einsparungen in allen Bereichen vorgenommen, zudem werde sich die Haushaltsstrukturkommission bereits im Februar erneut mit weiteren Konsolidierungsmöglichkeiten befassen.
Frau Jung erläuterte, dass trotz aller Sparmaßnahmen im Ergebnishaushalt weiterhin ein Defizit von rund 3,2 Millionen Euro ausgewiesen werde. Diskutierte Kürzungsvorschläge – unter anderem eine Reduzierung des Pro-Kopf-Betrags für die Ortschaften von 9,10 Euro je Einwohner sowie eine Absenkung des jährlichen Übertrags von 70 auf 50 Prozent – seien bislang nicht umgesetzt worden.
Für Neukirch beläuft sich das Ortschaftsbudget im Jahr 2026 auf 5.824 Euro. Grundlage der Berechnung sind 640 Einwohner gemäß Zensus 2022, obwohl aktuell 668 Personen gemeldet sind. Nicht verplante Mittel summieren sich in Neukirch auf rund 34.500 Euro. Der Teilergebnishaushalt weist einen Nettoressourcenbedarf von 137.160 Euro aus.
Besonderes Augenmerk lag auf den Bildungseinrichtungen: Neukirch ist der einzige Teilort mit Grundschule, Kindergarten und Krippe in städtischer Trägerschaft. Die Grundschule wird derzeit von 57 Kindern besucht, eine Nachmittagsbetreuung bis 15.30 Uhr fehlt noch. Der Kindergarten mit einer gut ausgelasteten VÖ-Gruppe verzeichnet sinkende Nettoressourcenbedarfe, ebenso die FAG-Zuwendungen, da aktuell keine U3-Kinder betreut werden. Die neue Krippe ging zum 1. Mai 2025 in Betrieb, bietet derzeit neun Plätze und ist personell voll besetzt.
Im Bereich Gebäudemanagement sind unter anderem 10.000 Euro für ein sicherheitsrelevantes Treppengeländer an der Grundschule vorgesehen, das aufgrund zu geringer Höhe umgebaut werden muss. Weitere Investitionen betreffen eine mobile Trennwand, die Elektrotechnik im Kindergarten sowie die Umnutzung eines Klassenzimmers.
Der Ergebnishaushalt wird zudem durch das Bürgerhaus mit rund 24.000 Euro belastet. Weitere Pauschalen betreffen unter anderem Feuerwehr, Schulen, Tiefbau und Friedhof.
Im investiven Bereich sind Einnahmen aus dem Verkauf von Bauplätzen eingeplant, ebenso die Beschaffung einer zusätzlichen Kamera für das Geschwindigkeitsmesssystem. Vorgesehen sind außerdem Mittel für Warn- und Notstromsysteme, den Umbau von Schulräumen für die Ganztagsbetreuung sowie den Radweg Neukirch–Vaihingerhof, dessen Umsetzung bis 2028 geplant ist. Maßnahmen der ENRW sind für 2026 in Neukirch nicht vorgesehen.
Abschließend informierte Frau Jung über die Rücklagen aus dem früheren Verkauf von ENBW-Aktien, die sich inklusive Zinsen zum Jahresende 2026 auf rund 131.660 Euro belaufen werden.
Der Ortschaftsrat stimmte dem Haushaltsplanentwurf sowie dem Finanzplan der Stadt Rottweil einstimmig mit neun Ja-Stimmen als Empfehlungsbeschluss zu.
ÖPNV-Anbindung weiterhin in Beratung
Ebenfalls Thema der Sitzung war die Verbesserung der ÖPNV-Anbindung für Feckenhausen, Zepfenhan und Neukirch. Oberbürgermeister Dr. Ruf machte deutlich, dass eine abschließende Diskussion noch ausstehe, da zunächst ein gemeinsamer Austausch aller drei Ortschaftsräte vorgesehen sei. Die im Raum stehenden Haushaltsmittel wurden mit einem Sperrvermerk versehen. Auch alternative Modelle wie ein Bürgerbus sollen geprüft werden.
Kendy Scharein, Ortsvorsteher