
1703 zinst „Pfarrer Johannes Busch usser seiner Hofstatt, worauf vor Alters die Badstuben gewest, Garten und aller Zugehörung, in der Badgass … zwey Herbsthüener“. Die Scheuer und Wiese sowie eine irgendwann hinzu gebaute Hofstatt westlich der Badgasse lauten auf Jakob Fleck, einen Sohn des ersten Fleck, der 1640 nach Entringen eingeheiratet hatte.
Anlässlich der Teilung nach dem Tod Pfarrer Buschs im Jahr 1715 wird „der Badgarten“ auf 60 Gulden veranschlagt. Zum Vergleich: Sein in der Kirche vorhandenes Grabdenkmal war halb so viel wert. Immer noch, und noch 100 Jahre später, „zinst der Garten jährlich 2 junge Hüenlein in die Kellerey Tübingen“.
Aus dem Register der 1722 neu eingeführten Trizesimationssteuer – diese wurde auf alle Wiesen und Gärten angewandt – ist ersichtlich, dass Pfarrer Johannes Majer zu jener Zeit eine Wiese „beim Badbronnen“ sowie „beim Bad“ eine Hofstatt und einen Hausgarten besaß. Im November 1736 war sein Schwiegersohn Christoph Friedrich Wölpper gerade dort beschäftigt, als er einen Bauersknecht „mit 1000 Sacrament und anderen greulichen Flüchen“ um sich werfen hörte: Hanß Adam Heusel, Knecht des Leonhard Fleck, war außer sich, weil er mit seinem beladenen Dungkarren im Morast bei der Badwiese stecken geblieben ist; er wurde zu 15 Kreuzern Strafe verdonnert.
1758 gehört der Badgarten dem Pfarrer Johann Christoph Sonntag. Die Rede ist dabei nur noch von einem „Gras- und Kuchingartten“. Westlich der Badgasse „haust“ jetzt ein Urenkel des ersten Jakob Fleck: Christian Fleck. Sein Sitzplatz in der Michaelskirche ist bis heute mit seinem Namen und seinen Funktionen versehen: Bürgermeister und Richter. 1772 verkauft die Pfarrerswitwe den Garten an den Nachfolger ihres verstorbenen Mannes, Andreas Heinrich Zeller ...
Dieser Text und die 5 weiteren Teile sind ungekürzt veröffentlicht in „Entringen – Fotografien erzählen aus der Ortsgeschichte, Band 3“; erhältlich im Bürgerbüro und bei R. Bauer.
Reinhold Bauer