
Pfarrer Georg Heinrich Feldweg (1898-1904) hat bis ins Detail beschrieben, was in welcher Ecke des Pfarrgartens an der Badgasse angebaut wurde: Nächst dem Häuschen war das Gemüseland mit über 100 Spargel-Stöcken. Das Viertel darüber bestand aus einem Beerenfeld mit Ziergarten und Spielplatz. In der Südostecke stand ein alter Luikenbaum, darunter ein Steintischle mit Holzbank.
Im sogenannten Baumviertel wurden unter und zwischen den Bäumen auch Kartoffeln angebaut. Zum Teil längst vergessene Obstsorten- und arten wurden an Spalieren und auf Halb- und Hochstämmen kultiviert. Äpfel: Goldparmäne, Königsfleiner, Weißer Ostracher, Königlicher Kurzstiel, Trierer Winterapfel, Luiken, dreierlei Renetten, Blättling und Virginischer Rosenapfel. Birnen: Herzogin Elsa, König Karl, Kaiser Alexander, Bismarck, Gaishirtle und Hochfeine Butterbirne. Quitten, Pflaumen Renekloden, ein Weichselbäumle und natürlich Zwetschgen sorgten weiterhin dafür, dass im Winter das Eingemachte nie ausging.
Drei Seiten des Gartens waren von einem lebendigen Hag mit viel Flieder umgeben, von dem in den 1980er Jahren noch ein paar Haselsträucher, ein Holunder und die hohe Fichte beim Häusle übriggeblieben waren. Der Badgasse entlang hielt ein Lattenzaun mit abschließbarer Tür – gehalten von 7 Natursteinpfosten – ungebetene Besucher fern.
Mit der Familie Schumm bevölkerte von 1950-1959 eine große Familie das Entringer Pfarrhaus, die den äußeren Pfarrgarten eifrig genutzt hat. Wenn die Pfarrfamilie gegen Abend im Garten war und die Abendglocke vom Kirchturm erklang, hat Pfr. Schumm mit allen, die dabei waren, dort das Abendgebet gesprochen.
Dieser Text und die 5 weiteren Teile sind ungekürzt veröffentlicht in „Entringen – Fotografien erzählen aus der Ortsgeschichte, Band 3“; erhältlich im Bürgerbüro und bei R. Bauer.
Reinhold Bauer