
Bis um 1950 war der Pfarrgarten vom Dorf her nur durch die Badgasse zugänglich. Die Obere Straße wurde erst um 1950, nach dem Bau der Käsbach-Brücke, als Verlängerung des Oberen Gässles bis zum Baumgartenring weitergeführt – zunächst aber nur als Feldweg.
Nach dem Wegzug von Pfarrfamilie Schumm hatte im Jahr 1959 der Frauenkreis den Garten liebevoll bestellt, sodass die neue Pfarrfamilie gleich ernten konnte. Als es an die Suche nach einem Platz zur Erstellung eines Hauses für die Jugend ging, setzte Pfarrer Zeller (1959–1975) Prioritäten: Wozu soll er, da seine Familie sich verkleinert, zwei Gärten bebauen? Der Bau der Gemeinde hat Vorrang. Die Überlegungen, ein Heim für die Jugend betreffend, gingen bald in die Richtung, dass der Pfarrgarten der ideale Platz für ein Jugendheim samt großer Spielwiese wäre. So wurde unter großem Einsatz vieler Freiwilliger das Jugendheim in den „äußeren“ Pfarrgarten am damaligen Ortsrand geplant und „gepflanzt“.
1964 konnte es eingeweiht werden. Ich erinnere mich noch an die Worte des damaligen Bezirksjugendpfarrers Hans Haag aus Reusten: Er wünschte den Entringern, „dass das Haus bald aus seinen Nähten platzen möge“. Fortan war hier nicht nur der Treffpunkt für eine blühende Jugendarbeit. Das Haus bot auch „Unterschlupf“ für den Frauenkreis, die Mütterkreise, die Musikschule, den Altenclub, die Seniorengymnastikgruppe, die Krabbel- und die Bastelgruppe, Kirchen- und Posaunenchor, für katholische Gottesdienste und vieles mehr. Und nicht zu vergessen: Ab 1979 diente die Abstellkammer des Jugendheims als Keimzelle der heutigen Evangelisch-öffentlichen Bücherei Entringen. 1989 aber hatte das Jugendheim ausgedient, weil an der oberen Kirchstraße ein neues Gemeindehaus eingeweiht werden konnte.
Alle Folgen der Pfarrgarten-Geschichten sind ungekürzt veröffentlicht im Buch „Entringen – Fotografien erzählen aus der Ortsgeschichte, Band 3“, erhältlich im Bürgerbüro und bei R. Bauer.
Reinhold Bauer