
Da nuia Weag nuff – den neuen Weg hinauf! Ja, das war für die bäuerliche Bevölkerung, die mit ihren Fuhrwerken zu den Äckern und Wiesen im Bad, im Steigle, im Lehling, im Keltere oder im Bongert gelangen wollte, schon eine enorme Verbesserung. Das „alte“ Obere Gässle ging eigentlich nur bis zum Bach; es war ein Nadelöhr – und ist dies bis heute. Erst durch den Bau der Bachbrücke war eine Verlängerung in östliche Richtung möglich; das erste Haus mit der Nr. 16 baute dort 1950 der Malermeister Christian Wörner. Wegen der Engstelle im Gässle lenkte mein Vater das Pferdefuhrwerk mit „Hüst!“ und „Hott!“ fast immer durch die Paulinen- und Brühlstraße zum „neuen Weg“. Die Zeit brachte es aber mit sich, dass sich der neue Weg zur Oberen Straße mauserte – weil sie zur Haupterschließungsstraße für das Neubaugebiet Steigle/Baumgart wurde. (…)
Noch vor der Baulandumlegung war das erste Gebäude an der Oberen Straße – oberhalb von Badgasse und Steinbruchweg – auf der rechten Seite das Evangelische Jugendheim gewesen. Das Gebäude mit Satteldach in herkömmlicher Form wurde nach Plänen von Fritz Straßer gebaut, größtenteils in Eigenleistung. Einweihung war 1964.
Dieser Text ist ungekürzt veröffentlicht in „Entringen – Fotografien erzählen aus der Ortsgeschichte, Band 3“; erhältlich im Bürgerbüro Entringen (Rathaus) und bei R. Bauer.
Reinhold Bauer