Am Samstag, 4. April 2026, eröffnete das „Projekt Schurwald – den Schurwald entdecken“ der Ortsgruppe Plochingen zusammen mit dem Fachwart für Heimatkunde und Brauchtum im Esslinger Gau, Jürgen Gruß, mit einem Ortsrundgang durch Hohengehren. Mitglieder und Freunde des Heimat- und Geschichtsverein Baltmannsweiler und Hohengehren e. V. gaben mit beglückten Beiträgen und Momenten ihre Unterstützung dazu. Geschichten und Anekdoten zu prägenden historischen, teils renovierten Gebäuden des 2.500 Einwohner zählenden für den Schurwald charakteristischen Dorfes. 14 Teilnehmer/-innen und Akteure trafen sich nachmittags nahe der ehemaligen Dorflinde, die heute „geeicht“ ist.
Der „Bott“ zu Hohengehren, Werner Lang, „amtlicher“ Ausrufer, Bote, blies mit dem Posthorn eine Begrüßungsfanfare. Über das alte Forsthaus, an Wilderer und Hexen erinnernd, das sanierte Backhaus und an ehemaligen Höfen vorbei wanderten wir zur evangelischen Kirche. Sie ist für das Jahr 1275 belegt. Das Patrozinium Sankt Cyriakus, einem der Vierzehn Nothelfer, wird ab 1572 greifbar. Dessen Gedenktag ist der 8. August, so dass der Kirchenchor so erschaffen wurde, dass an diesem Tag die Morgensonne durch das Fenster zentral schiene. Ein Vortrag über das Kriegerdenkmal an der Kirchenaußenwand schloss sich an.
Vereinsangehörige bewirteten nach der 90-minütigen Spurensuche die Anwesenden mit Kaffee, Brezeln und Kuchen vor dem ehemaligen Postamt in der Lautergasse, durch die früher ein offener Bach floss. Tiefgründige Gespräche bauten sich auf. Historische gerahmte Postkarten an den Wänden in der „Boschd“ erzählen vom Dorfleben von der Gotik bis zur Neuzeit. Der „Bott“ z.H. lotste uns abschließend durch zwei „Gängle“, mit Annäherungen zu einem im Innenbereich mit Stuckarbeiten ausgestatteten Bauernhaus sowie dem ehemaligen Tante-Emma-Laden zur Bushaltestelle. Nicht ohne ein Osterei – auf eine einstige erwerbsorientierte Zigarrenfabrik hinzuweisen.
Die Vorstände des Geschichtsvereins wiesen auf diverse Veranstaltungen im Laufe des Jahres hin, wünschten eine beständige Kontaktaufnahme zu uns und dem „Projekt Schurwald“ viel Erfolg.
Text: J. Gruß (Fachwart für Heimatkunde und Brauchtum im Esslinger Gau)


