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Osterbräuche

Ostern ist eines der wichtigsten christlichen Jahresfeste, hatte aber als Frühlingsfest bereits in der Antike, im Judentum und in den nordischen Religionen...
Osterei aus bedrucktem Blech zum Befüllen
Wir wünschen allen Lesern frohe Ostern!Foto: Gemeindearchiv

Ostern ist eines der wichtigsten christlichen Jahresfeste, hatte aber als Frühlingsfest bereits in der Antike, im Judentum und in den nordischen Religionen eine große Bedeutung. Auch bei uns reichen die Wurzeln weit zurück, geht doch der heutige Name des Festes auf die germanische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara zurück.

Osterbräuche wie Osterfeuer, Ostereier und das Backen von Bildbroten haben eine lange Tradition. Der Hase war als Symbol der Fruchtbarkeit der Göttin Freya heilig. Auch der Brauch, Palmenzweige von Stechginster, Buchs oder Weidenkätzchen zu pflücken, ist bis heute bekannt. Der Osterhase wurde als Gebäck oder Bildbrot auch in evangelischen Gemeinden oft durch das Osterlamm ersetzt. Einige schöne Keramikformen für Osterlämmer sind im Heimathaus zu sehen. Das Osterlamm als Opfertier spielte ebenso wie die ungesalzenen Matzen beim jüdischen Passahfest eine wichtige Rolle. Ähnlich wie am 26.12. durften mit den Osterpalmen Angehörige und Freunde geschlagen (gepfeffert oder geschmotzt) werden – ein Brauch, der auf vorchristliche Ursprünge zurückgeht und Gesundheit und Fruchtbarkeit fördern sollte.

Verschiedene Osterbräuche hielten sich lange in unserem Dorf. So gab es am Gründonnerstag meist grüne fleischlose Kost – also Spinat, Spiegeleier und Bratkartoffeln. Die Buben machten mit Holzrätschen Musik, am Karfreitag herrschte im Dorf aber absolute Ruhe und Stille. Alle Wirtschaften blieben geschlossen. In der Markgrafschaft Baden-Durlach galt dieser Tag als offizieller Buß- und Fasttag. Wohl in Erinnerung an die alten Fastenregeln, die ursprünglich für die ganze Zeit zwischen Fasnacht und Ostern galten, gab es am Karfreitag mittags Fisch. Die örtlichen Fischer hatten dazu ihre Fänge der letzten Wochen in großen Fischkästen, die in fließendem Wasser eingehängt waren, gehaltert, um die Nachfrage an Ostern bedienen zu können. Die Bäcker buken für Gründonnerstag Fastenbrezel aus Hefeteig, also ohne die Würze aus Lauge und Salz. Am Karsamstag boten die Bäckereien feine, mit Puderzucker bestreute Osterlämmer aus Biskuitteig und aus Hefeteig gebackene Osterhasen an. Ab den 1880er Jahren kamen zusätzlich Osterhasen aus rotem oder braunem Zuckerguss und Schokolade in den Verkauf.

Hatten die Kinder am Sonntag ihre Oschderneschder gesucht und gefunden, wanderten viele zum Eierberg, einem dafür sauber gemähten Hochgestadeabhang hinter dem Friedhof, wo sie dann mit bunten Ostereiern verschiedene Wettbewerbe veranstalteten. Beim Oierschurgle ließen die Kinder in kleinen Gruppen Eier den Hang hinunterrollen. Wer mit seinem Osterei ein bereits unten liegendes Ei traf, bekam dieses als Gewinn. Ähnlich verhielt es sich mit dem Oierdupfe oder Oierpigge, wobei immer zwei Kinder ihre Ostereier zusammenstießen mit dem Ziel, die Schale des gegnerischen Eies zu zerbrechen, ohne das eigene zu beschädigen.

WK

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Amtsblatt der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen
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Ausgabe 14/2026
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