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Neues Parkhaus 2028 geplant

Parkraumkonzept mischt die Karten neu

Für den weiteren Weg zur Eislinger Stadtmitte werden die Parkplätze neu geordnet.
Auf dem Parkplatz soll ein dreistöckiges Parkhaus gebaut werden.
Auf dem Parkplatz soll ein dreistöckiges Parkhaus gebaut werden.Foto: bra

Mit dem Bau der Mühlbachtrasse werden einige öffentliche Parkplätze aufgegeben. Dafür soll auf dem P+R-Parkplatz beim Bahnhof ein Parkhaus mit drei Etagen gebaut werden. Am vergangenen Montagabend stellte der Verkehrsplaner Tobias Schwämmle eine Parkraumkonzeption vor.
Rund 1400 öffentliche Parkplätze hat Eislingens Verkehrsplaner Tobias Schwämmle in der Stadtmitte gezählt. Hinzu kommen rund 500 sogenannte halböffentliche Parkplätze. Das sind beispielsweise Parkplätze, die Geschäfte ihren Kunden anbieten. Rund 300 öffentliche und halböffentliche Parkplätze gibt es rund um den Schlossplatz, wo besonders gerne geparkt wird. Denn dort hätten die Parkplätze eine Auslastung von 75 Prozent, beim Wochenmarkt sogar noch mehr. Der Parkdruck ist also hoch.
Dennoch könnten nach der Verwirklichung der Pläne für die neue Eislinger Mitte 117 Parkplätze im unmittelbaren Umfeld des Schlossplatzes entfallen. Dafür soll auf dem P+R-Parkplatz südlich der Gleise und an der Mühlbachtrasse ein Parkhaus mit 227 Parkplätzen gebaut werden. Die Idee, die bestehende Tiefgarage unter dem Rathaus und Geschäftshaus zu erweitern, sollte laut Verwaltung vor allem aus Kostengründen nicht mehr weiter verfolgt werden. Es gab mehrere Abstimmungen zu dem Thema während der jüngsten Gemeinderatssitzung, die am Ende jedoch zu keinem eindeutigen Ergebniss führten.
CDU hätte gerne noch einige Monate gewartet
Die CDU stellte den Antrag, über die Tiefgaragenerweiterung erst abzustimmen, wenn die Ergebnisse einer bereits beauftragten Untersuchung zum Einzelhandel vorliegen. Derzeit ist geplant, dass die beauftragte Imakomm-Akademie - Institut für Marketing und Kommunalentwicklung ihre Ergebnisse im Mai vorstellt. Der CDU-Antrag scheiterte jedoch hauchdünn bei Stimmengleichheit bei der Abstimmung. Der Antrag, die Tiefgaragenplanung zu einem späteren Zeitpunkt zu diskutieren, wurde also abgelehnt. Allerdings fand der Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Tiefgarage nicht weiter zu planen, ebenfalls keine Mehrheit. Ob die Erweiterung der Tiefgarage nun vom Tisch ist oder nicht, ist ungewiss. Am Mittwoch erklärte die Stadtverwaltung, dass man die Abstimmungsergebnisse noch auswerte.
Die Tiefgaragenerweiterung ist teuer
Die Stadtverwaltung hat die Kosten für das neue Parkhaus auf 5,3 Millionen Euro beziffert. Damit würde ein Stellplatz mit 23.400 Euro zu Buche schlagen. Die Tiefgaragenerweiterung würde 2,2 Millionen Euro kosten. Allerdings könnten damit auch nur 23 neue Parkplätze geschaffen werden, was Kosten von 94.300 Euro pro Parkplatz entspräche. „Das ist abseits jedes üblichen Ansatzes“, wie es der Verkehrsplaner Schwämmle formulierte.
Hinzu kämen technische Schwierigkeiten wie ein Kanal, der in dem Bereich der Erweiterung verläuft. Die Tiefgaragendecke würde zur Oberfläche des Schlossplatzes werden. Das würde bedeuten, dass diese Fläche nicht mehr für Bäume oder Wasserspiele genutzt werden könnte. Um trotz des Verzichts auf eine Erweiterung der Tiefgarage zukünftig weitere öffentliche Parkplätze in der Tiefgarage anbieten zu können, sollen die Mitarbeiterparkplätze des Rathauses zukünftig in das neue Parkhaus verlegt werden. Das würde der Öffentlichkeit 19 Parkplätze in der Tiefgarage bringen.
Darüber hinaus gab es die Idee für ein noch größeres Parkhaus. Technisch möglich wäre auch eine Erweiterung des geplanten Parkhauses Richtung Osten, zum Bahnhofsgebäude hin. Dafür müsste die Mühlbachtrasse überbaut werden. Dieses Vorhaben ist jedoch technisch aufwendig und damit teuer, weshalb die Stadtverwaltung der Idee eine Absage erteilte.
Neben dem großen Parkhaus wurden noch einige kleinere Möglichkeiten für das Parken in der Innenstadt ausgemacht. So könnten beispielsweise durch die Verlegung der Skateranlage in den Schlosspark hinein vor dem Talx noch einige Parkplätze eingerichtet werden.
Die Bauarbeiten für das Parkhaus sollen, so die momentane Planung, im Jahr 2028 beginnen. Dass es noch so lange dauert, liegt am noch nicht vorhandenen Bebauungsplan. Dieser muss für den P+R-Parkplatz erst noch aufgestellt werden, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Der Oberbürgermeister Klaus Heininger betonte, dass die neuen Parkplätze so schnell wie möglich gebaut werden sollten. „Das Parkhaus hat eine hohe Priorität. Wir gehen das Ding so schnell wie möglich an“, versprach er während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates am vergangenen Montagabend.
Ist das Parkhaus zu weit weg?
Bauchschmerzen mit dem beschriebenen Vorgehen hatten sowohl die CDU als auch die Freien Wähler im Gemeinderat. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Andreas Cerrotta, äußerte Zweifel daran, dass die Kunden der Geschäfte in der nördlichen Hauptstraße den Weg vom neuen Parkhaus zu Fuß auf sich nähmen. Es solle weiter nach Parkmöglichkeiten nördlich des Schlossplatzes gesucht werden, forderte er. Ähnlich sah es der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Jörg Autenrieth. Er hätte gerne an der Tiefgaragenerweiterung festgehalten beziehungsweise diese Idee nicht sofort beerdigt. bra

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
28.01.2026
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Politik