Erfolgreiches Personalmanagement und Bürokratieabbau stehen im Vordergrund
Kreis Karlsruhe. Auch die öffentliche Verwaltung steht als Arbeitgeber vor großen Herausforderungen. Zusätzliche Aufgaben, Gesetzesänderungen und neue Standards erhöhen die Aufgabendichte. Zugleich erschweren der demographische Wandel sowie ein anhaltender Arbeits- und Fachkräftemangel, den Personalbedarf in den kommenden Jahren zu decken. Offene Stellen sind längst nicht mehr so leicht nachzubesetzen, während die Aufgabenfülle und der Finanzdruck in der Verwaltung steigen. Der Personal- und Organisationsbericht 2025 des Landratsamtes Karlsruhe nimmt unter anderem ebendiese Herausforderungen in den Fokus.
Vorgestellt wurde er in der Sitzung des Verwaltungsausschusses, die am Donnerstag, 3. April, im Panoramasaal der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft in Karlsruhe stattfand. Ulrich Max, Leiter des Personal- und Organisationsamtes, präsentierte aktuelle Personalzahlen und -tendenzen sowie Entwicklungsbereiche und Trends des Landratsamtes vor dem Hintergrund der Herausforderungen. Er zeigte mit seiner zweigliedrigen Strategie auf, dass das Sicherstellen einer leistungsfähigen Verwaltung zukünftig neu gedacht werden muss. So setzt das Landratsamt nicht nur auf aktives Recruiting, um Stellen neu zu besetzen und den Bedarf zu decken, sondern will vor allem durch Maßnahmen der Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfolgreiches Personalmanagement betreiben. Daneben zielt die Strategie auf einen sukzessiven Bürokratieabbau durch optimierte Prozesse und stetige Digitalisierung, um Vereinfachung und Effizienz gleichermaßen voranzubringen.
Wichtiges Ziel ist es zudem, die Attraktivität des Landratsamtes als Arbeitgeber zu steigern: durch moderne Arbeitsplätze und vor allem auch flexible und lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle, einen bewussten Umgang mit Ressourcen sowie umfangreiche Weiterbildungs- und Gesundheitsangebote. „Neben den strukturellen Anpassungen müssen wir auch die Marke als Arbeitgeber weiterhin fördern, um Personal zu gewinnen und zu binden. Dazu wird es maßgeblich gehören, Quereinsteigerinnen und -einsteiger für den öffentlichen Dienst zu begeistern“, betonte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und ergänzte: „Wir brauchen eine nachhaltige Personalpolitik und systemische Prozessverschlankungen, um eine zukunftsfähige Verwaltung zu bleiben.“ Eine zukunftsweisende Rolle spielt dabei auch der Neubau des KARLA Verwaltungs- und Bildungszentrums als späterer Arbeitsplatz. „Eine leistungsstarke Verwaltung braucht motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir setzen daher auf ein modernes Umfeld, auf Angebote und Maßnahmen, die unsere Belegschaft lebensphasenorientiert und bedarfsgerecht begleiten, und auf Strukturen, von denen auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren“, führte Amtsleiter Ulrich Max aus.
Das Landratsamt Karlsruhe beschäftigt derzeit knapp 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter Tarifbeschäftigte, kommunale Beamte, Landesbedienstete und Auszubildende. Rund 140 Millionen Euro stehen dafür im Personaletat bereit. Die Herausforderungen der kommenden Jahre umfassen zusätzlich zum Arbeits- und Fachkräftemangel und den steigenden Aufgaben auch eine angespannte Haushaltslage. Diese Entwicklungen gilt es, wie Personal- und Organisationsleiter Ulrich Max aufzeigte, auch als Chancen zu nutzen, um die Verwaltung weiter zu modernisieren und neue Wege zu gehen. Der Verwaltungsausschuss nahm den Bericht zustimmend zur Kenntnis und begrüßte die Anstrengungen des Landratsamtes, sich für den Arbeitsmarkt zu rüsten und für die Herausforderungen entsprechend aufzustellen.