
Peter Kummer war ein Original. Jeder, der ihn kannte, sprach mit großer Sympathie von ihm, und das nach fast sechzig Jahren. In dieser Serie wollen wir seinen Spuren nachgehen.
Peter Kummer lebte von 1881 bis 1963. In seinem langen Leben war er Zeuge von entscheidenden Phasen der deutschen Geschichte. Daher sollen in dieser Serie auch die Zeitumstände aufgeführt werden, in denen er gelebt hat.
Quelle: 1200 Jahre Nagold, Reiner Flik, Tuchweberei im oberen Nagoldtal S. 170
Helga Senst geb. Gauss, ehemalige Nachbarin von Peter Kummer
Peter Kummer wurde vermutlich im Haus seiner Eltern in der Steighalde geboren und verbrachte dort mit Ausnahme seines Südwestafrika–Aufenthaltes sein ganzes Leben.
Sein Vater war Zeugmacher, wie fast alle Bewohner in der Steighalde, wo in fast jedem Haus ein Webstuhl stand.
Die Zeugmacherei war eine Sonderform der Tuchweberei. Die „Zeugen“ waren weicher und dünner als die bis dahin bekannten Wolltücher. Die Zeug– und Tuchmacherei war im ganzen Nagoldtal verbreitet, Zentren waren Wildberg und Calw. Für die Bevölkerung war das oft die einzige Arbeitsmöglichkeit um den Lebensunterhalt zu verdienen.
Calw war der Sitz der Zeughandelscompagnie. Sie lieferte den Rohstoff und nahm das fertige Produkt ab. Doch diese Abhängigkeit garantierte keinen angemessenen Lohn. Die Zeugmacher befanden sich in dürftigen Lebensverhältnissen, sie gehörten zu den ärmsten des Herzogtums (Flik, s. o.). Ende des 19. Jahrhunderts war die Zeugmacherei am Aussterben. Es fanden sich keine Nachfolger mehr. So gehörte der Vater von Peter Kummer zu den letzten seiner Zunft.
Einen Kindergarten hat Peter Kummer vermutlich nie besucht, den gab es erst ab 1934 in Ebhausen. Aber im „alten“ 1840 eingeweihten Schulhaus verbrachte er wohl seine Schulzeit. Die Schulpflicht galt damals vom 6. bis zum 14. Lebensjahr.
Auf dem weiten Schulweg von der Steighalde bis zum Schulhaus im Faltergässle kam er im Breiten Weg an der Friedenseiche vorbei. Diese wurde 1871 – zehn Jahre vor seiner Geburt - anlässlich der Gründung des deutschen Kaiserreiches gepflanzt. Dieser Gründung ging der Sieg über die Franzosen im deutsch – französischen Krieg 1871 voraus. Von da an hatte Deutschland einen Kaiser Wilhelm, allerdings nur bis 1918, Württemberg hatte schon seit 1806 einen König – dank Napoleon.
Peter Kummer hat also seine Kindheit und Jugendzeit in einem Kaiser–und Königreich erlebt.
Von den beiden jüngsten Töchtern von Peter Kummer ist nur das Heiratsdatum bekannt, nicht aber der Todestag.
Frida Philippine geb. 1916, seit 1944 verheiratet in Gernrode, Todestag unbekannt, ihre Tochter hieß Renata Rantan.
Gertrud geb.1920, seit 1951 verheiratet in Schwäbisch Hall, hatte eine Tochter Hanne, Todestag unbekannt. Sie kam öfters nach Ebhausen und versorgte ihren Vater, vor allem in seinen letzten Wochen, als er im Bett lag.
Wird fortgesetzt
am Mittwoch, den 4. März
ab 14.30 Uhr.
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