
Die Streuobstinitiative veranstaltet regelmäßig Schnittkurse und vermittelt Theorie und Praxis rund um die Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen. Ich habe in den vergangenen Jahren schon an ein paar Kursen teilgenommen und festgestellt, dass man immer wieder etwas Neues dazulernt. Vor allem der praktische Teil ist sehr lehrreich, wenn alle Teilnehmer um einen Baum herumstehen und entscheiden sollen, welcher Ast jetzt die Mitte sein soll und welche sich als Leitäste besser eignen. Und jeder hat dazu seine eigene Meinung. Hans-Martin Flinspach hat sehr anschaulich erklärt, welche Vorgehensweise die günstigere ist.
Zur Vertiefung der Theorie hat der Deutsche Verband für Landschaftspflege eine informative Broschüre herausgegeben, in der wichtige Tipps beschrieben sind. Es werden die wesentlichen Regeln des Pflanzschnittes und des Erziehungsschnittes erläutert und anhand von Bildern und Skizzen verdeutlicht. Im Praxisteil wird dann an ausgewählten Bäumen gezeigt, welche Äste zurückgeschnitten werden sollten, welche Äste als Mitte bzw. als Leitäste geeignet sind, wie man die sogenannte Saftwaage erreicht und und und.
Auch das Problem der Misteln wurde thematisiert. Es wurde klar mitgeteilt, dass Misteln in jedem Fall aus den Obstbäumen großzügig herausgeschnitten werden müssen. An zwei Beispielen wurde gezeigt, wie tief sich die Mistel in das Holz der Bäume hineinbohrt und den Obstbaum schädigt.
Insbesondere in trockenen Zeiten saugt die Mistel dem Obstbaum Saft weg und schwächt ihn dadurch.
Wenn man diese Bilder sieht, wird die Notwendigkeit der Mistelentfernung deutlich.
Dr. Pia Lipp, Sprecherin der AG Umwelt (agumwelt@egg-leo.de)


