Am 15. Mai 2026 kehrte das Forschungsschiff „Polarstern“ nach Bremerhaven zurück. Im antarktischen Sommer zwischen November und März ist der Eisbrecher in der Antarktis unterwegs. Neben umfangreichen Forschungsaufgeben versorgt das Schiff auch die Forschungsstation Neumayer III des Alfred-Wegener-Instituts. Dies war der Anlass, auf ein spannendes Buch aufmerksam zu machen, in dem eine Ärztin das Leben in einer Welt schildert, die wir uns kaum vorstellen können.
Die Neumayer-Station III in der Antarktis ist ein Stelzenbau, der perfekt an die extremen Bedingungen der Region angepasst ist mit allem, was die Bewohner zum Leben brauchen einschließlich eines gut ausgestatteten Operationssaals. Auf dieser Station verbrachte die Ärztin Aurelia Hölzer 54 Wochen zusammen mit einer achtköpfigen Crew. Die Station ist immer besetzt, im Sommer kann sie bis zu 50 Menschen beherbergen. Besonders herausfordernd ist der antarktische Winter von April bis Oktober. In dieser Zeit herrschen extreme Kälte, Schneestürme mit unvorstellbaren Geschwindigkeiten und endlose Dunkelheit. Kein Transportmittel kann in dieser Zeit den Ort erreichen und niemand kann die Station verlassen, auch nicht in einem Notfall. Die Crew ist ganz auf sich allein gestellt.
Über ihre Arbeit und die extremen Bedingungen berichtet Aurelia Hölzer in ihrem Buch „Polarschimmer“, aber auch über die Schönheit der Natur mit Tieren, Polarlichtern und dem Frieden, den die Welt aus Eis verbreitet. Als größtes Geschenk beschreibt die Autorin das Zusammenleben im Team, in dem sich jeder auf den anderen verlassen muss.


