Nun, dass es bei unserem kleinen Musikrätsel in der Ausgabe vor zwei Wochen um die Polka ging, war sicherlich nicht so schwer herauszubekommen. Schwieriger wird es vielleicht, die Polka im modernen Gewand zu erkennen.
Bekanntlich haben ja schon die alten Meister beim Komponieren gerne mal auf Tänze zurückgegriffen, die zu ihrer Zeit angesagt waren, zum Beispiel Johann Sebastian Bach auf die Gigue oder Ludwig van Beethoven auf das Menuett. Genauso nutzen viele Popsongs heute die Rhythmen moderner Gesellschaftstänze, wie Rumba oder Tango. Aber Polka? Und doch, wer genauer hinguckt, wird doch fündig, als Erstes im Repertoire des Musikvereins „Frei weg“. Hier gibt es ein Medley von Beatles-Hits, unter anderem mit „Ob-La-Di, Ob-La-Da“. Da geht es zünftig zu, mit dem polkatypischen „oom-pah“-Begleitmuster und einem ausdrucksstarken 2/4-Takt. Es klingt wie eine fröhliche Pop-Polka mit karibischem Einschlag. Nicht in unseren Notenmappen, aber ebenso deutlich zu identifizieren ist ein verspielter 2/4-Rhythmus mit starkem Polka-Feeling im Titel „Lazing on a Sunday Afternoon“ vom Queen-Album „A Night at the Opera“. Aus dem deutschsprachigen Raum kann man als Beispiele für den unverkennbaren Polka-Beat das Lied „Zehn kleine Jägermeister“ von den Toten Hosen sowie von der Spider Murphy Gang „Skandal im Sperrbezirk“ anführen.
Viel Spaß beim genauen Zuhören und Aufspüren weiterer, mal mehr, mal weniger versteckter Polkas.
Selbstverständlich werden in unseren Tagen ebenfalls neue und frische Polkas geschrieben, mit denen Bands wie Die Fäaschtbänkler ihr Publikum von den Sitzen reißen und die Grenzen zur Popmusik verwischen. An zwei Exemplaren aus dieser Gattung arbeiten die Musikerinnen und Musiker gerade in den Proben. Die machen schon beim Einstudieren gute Laune. Wer sich diesen Spaß nicht entgehen lassen möchte, ist eingeladen zu unseren
Musikstunden immer freitags von 20 bis 22 Uhr.