Ein großartiges Konzert, wahrlich mit „Pauken und Trompeten“, erlebten die Zuhörer bei der diesjährigen Posaunenfeierstunde in der Evangelischen Stadtkirche in Bad Wildbad. Der Posaunenchor Sprollenhaus sowie Bläserinnen und Bläser von den Posaunenchören aus Schömberg sowie aus Neuenbürg/Gräfenhausen und Schlagzeuger Daniel Stiegler veranstalteten zusammen mit Christa Feige an der Orgel und am Klavier sowie Pfarrer Gottfried Löffler einen Abend mit viel Musik und Lesungen. Und das alles zur Ehre und zum Lobe Gottes, wie Ewald Haag, der Leiter des Posaunenchors Sprollenhaus, betonte.
Trotz des sonnigen Abends hatte sich die Stadtkirche mit erwartungsvollen Zuhörern gut gefüllt. Und sie wurden nicht enttäuscht. Schon das majestätische Eingangsstück „Nordic Fanfare und Hymn“ von Jacob de Haan begeisterte mit gewaltigem Klang. Der Clou: Daniel Stiegler spielte auf zwei Kesselpauken, deren Klang das Stück zu einem besonderen Erlebnis machte.
Pfarrer Gottfried Löffler stellte seine Begrüßung unter das Motto der diesjährigen Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“ und las nach einem Gebet den Text des Liedes „Morgenstern“ von Albert Frey vor, das die Posaunenchöre anschließend nach dem Bläsersatz von H. Kremers spielten.
Beim gemeinsam gesungenen „Jesus Christus herrscht als König“ war von den 33 Blechbläsern der Posaunenchöre zunächst das zügig gehaltene Vorspiel von T. Albus zu hören, bevor die Gemeinde drei Strophen des bekannten Kirchenliedes unter Begleitung des Posaunenchors und der Orgel sang.
„Wie ein Fest nach langer Trauer“ von Jürgen Werth (Satz M. Schütz), ein ruhig fließendes Stück mit kraftvoll gespieltem Refrain und brillierender Oberstimme sowie das schwungvolle „Celebrate“ von R. Gössler waren die zwei nächsten Darbietungen. Gottfried Löffler hatte jeweils vorher den Liedtext beziehungsweise einen passenden Text dazu vorgelesen.
Zur Abwechslung war beim nächsten Stück „Intrade in Jazz“ von J. M. Michel allein die Orgel zu hören, die Christa Feige in hervorragender Weise zum Klingen brachte. Die Melodie „Deep River“ von R. Roblee, die in ruhiger Weise vom Posaunenchor vorgetragen wurde, kam dem einen oder der anderen vielleicht bekannt vor, hat sie doch auch der Gospelchor „Fire Gospels Sprollenhaus“ in seinem Repertoire. Pfarrer Löffler ging auf den Text des Spirituals ein, das von der Sehnsucht nach der himmlischen Heimat spricht, wo Gott alles neu und gut machen wird, wo es kein Leid, keine Schmerzen, keine Tränen, keine trampelnden Stiefel und keinen Hass mehr geben wird.
Untermalt von Christa Feige am Klavier und von ihr gesanglich abgeschlossen, rezitierte Löffler den Poetry-Slam „Siehe, ich mache alles neu“ von Petra Halfmann, den er auszugsweise schon bei seinem Verabschiedungsgottesdienst vorgetragen hatte, und der auch auf Youtube zu finden ist.
Nachdem im ersten Teil eher moderne Stücke im Mittelpunkt standen, kamen im zweiten Abschnitt auch die „alten Meister“ zum Zuge. Auftakt machte hierzu „Sie schallt, die Posaun‘“ von G. F. Händel. Gottfried Löffler sprach anschließend über das Motiv zur diesjährigen Jahreslosung von Dorothee Krämer. Es sei, als ob ein Vorhang aufgezogen werde und wie durch einen geöffneten Spalt mitten im Bild das helle Licht hindurchstrahle, meinte Löffler. Er wünsche sich, dass genau dies durch die Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“ geschehe, dass ein Lichtstrahl aus Gottes Ewigkeit in unser Leben scheinen möge und dass etwas neu werde in uns.
Löffler führte weiter aus: Der Satz aus der Offenbarung des Johannes zeigt, dass Gott ihm ein wenig den Vorhang geöffnet hat, sodass er sehen kann, dass Gott alles zu einem guten Ende führen wird. Aber das geschieht nicht erst in einer fernen Zukunft, denn wenn ich darauf hoffe, dass Gott die Macht hat, eine leidzerrissene Welt neu zu machen, dann kann er auch hier und heute in mein Leben eingreifen. Als Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, hat er den Vorhang beiseite gezogen und nun dringt ein Lichtstrahl aus der Ewigkeit in unser Leben. Darum kann mitten im Alten schon jetzt Neues beginnen. Darum: Sieh hin und entdecke, was Gott in deinem Leben tut und was er schon längst neu gemacht hat.
Dass die Posaunenchorbläser auch singen können, haben sie schon öfter unter Beweis gestellt und auch in dieser Feierstunde sangen sie unter Begleitung von Christa Feige am Klavier das zum Impuls von Gottfried Löffler passende Lied „Siehe, ich mache alles neu“ von C. Bittlinger.
Mit dem getragenen Choral von Mendelssohn „Wer bis an das Ende beharrt, der wird selig“ aus seinem „Elias“ neigte sich die Feierstunde schon allmählich seinem Ende zu, denn nach einem Abendgebet, dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser und dem Gemeindelied „Nun sich der Tag geendet“ (Text G. Tersteegen, Satz J. S. Bach), dankte Pfarrer Löffler allen an der Veranstaltung Beteiligten und sprach allen den Segen Gottes zu. Fantasie und Begleitsatz von M. Schütz zu dem Lied „Ein Leben, gegeben, für den Herrn der Welt“ mit der jubilierenden Oberstimme setzte einen ersten Schlusspunkt, nach dem Applaus für die Leistung aller Musiker aufbrandete.
Ewald Haag gab den Dank an Gott weiter, denn ihm allein gebühre alle Ehre und aller Dank. Haag erinnerte an die kürzlich verstorbene Leiterin des Posaunenchors Schömberg, Beate Karcher, und an Heinrich Elbert, der noch an der Feierstunde des vergangenen Jahres teilgenommen hatte. Von beiden war je ein Foto auf dem Altar aufgestellt. Sie seien vom Glauben zum Schauen gelangt, so Haag weiter, und „spielen nun in einer höheren Liga“. Für die beiden spielte der Posaunenchor „Soon and very soon“ von A. Grouch (deutscher Text: Bald schon kann es sein, dass wir Gott als König seh’n).
Volker Haag, Vorsitzender des Posaunenchors Sprollenhaus, bedankte sich bei Christa Feige, bei Julia Klaiber, die die Leitung des Posaunenchors Schömberg übernommen hat und bei der Feierstunde zum ersten Mal öffentlich dirigierte, bei Schlagzeuger Daniel Stiegler und bei Ewald Haag, der die Gesamtleitung übernommen und das Programm zusammengestellt hatte. Mit dem gemeinsam gesungenen Anbetungslied „Du bist würdig, du bist würdig, o Gott“ endete die Posaunenfeierstunde. (cb)