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Prag-Reise – Tage nach Ostern in Prag.

Das Kulturforum Südliche Bergstraße hat erneut die „Goldene Stadt an der Moldau“ besucht, dieses Mal, um die kulturellen Stimmungen nach der zweiten...
Die Mitglieder des Kulturforums freuten sich über den Besuch von Milan Horacek (2. v. l.).Foto: Kulturforum Südliche Bergstraße

Das Kulturforum Südliche Bergstraße hat erneut die „Goldene Stadt an der Moldau“ besucht, dieses Mal, um die kulturellen Stimmungen nach der zweiten Regierungsübernahme des Milliardärs Babis zu erkunden. Anna Sabatova, die von Vaclav Havel anfangs der 90er Jahre zur Beauftragten für Menschenrechte berufen wurde, sorgte sich um die Verschiebung nach rechts, wie sie sich bei den letzten Wahlen gezeigt hat, zumal die populistische Ano-Partei mit Rechtsradikalen eine Koalition gebildet hat. Martin Palous, früher stellvertretender Außenminister und in seinem letzten Staatsamt Botschafter der Tschechischen Republik in den USA, teilte die kritische Haltung. Allerdings betonte er, die neue Regierung werde sich in der EU von ideologischen Vorurteilen fernhalten, wie sie etwa aus der slowakischen Regierung in Bratislava zu hören sind.

Neue Heimat in Deutschland

Milan Horacek, unser weiterer Gesprächspartner, musste 1968 sein Land verlassen, nachdem die sowjetischen Panzer den „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ zerstört hatten. Seine neue Heimat fand er in Deutschland. 1978 war er ein Mitgründer der „Grünen“, wurde in den Deutschen Bundestag und in das Europa-Parlament gewählt. Nun lebt er wieder in Prag. Von dort aus arbeitet er im Deutsch-Tschechischen Gesprächsforum mit, um die tschechisch-deutschen Beziehungen nachhaltig zu verbessern. Libor Roucek, Journalist beim Radio Free Europe und später Vize-Präsident des Europäischen Parlaments, im Jahr 2025 vom Kulturforum Südliche Bergstraße eingeladen, erkannte in den jüngsten Demonstrationen in Prag eine erste demokratische Antwort auf die Verschiebung nach rechts. Mit Vladimir Spidla konnte Gert Weisskirchen kurzfristig den ehemaligen Ministerpräsidenten und späteren Kommissar der EU für ein Gespräch gewinnen. Er berichtete, dass sich zum 1. Mai eine neue Partei gründen wird, die sich für soziale Gerechtigkeit und eine soziale EU einsetzen will. Cyril Svoboda, ein früherer Außenminister der Tschechischen Republik, schärfte den Blick auf die europäischen Verflechtungen, innerhalb derer Deutschland und die Tschechische Republik eine konstruktive Rolle des wechselseitigen Verständnisses voneinander übernommen haben.

Begegnungsort internationaler Kunst

Tomas Moravec, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, erläuterte dem Kulturforum die Arbeit des Goethe-Instituts, das unterhalb der Karls-Brücke unmittelbar an der Moldau in einem der schönsten Jugendstilvillen residiert. Das Haus ist eines der herausragenden Orte, in dem sich Repräsentantinnen und Repräsentanten der internationalen Kunst begegnen. Helena Vankova war schließlich diejenige, die dem Kulturforum neue Möglichkeiten eröffnete, damit in der südlichen Bergstraße Projekte für zukunftsoffene kulturelle Begegnungen entwickelt werden können. Vankova ist im Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds eben dafür zuständig und machte Mut, Anträge zur Förderung zu stellen. (gw/red)

Libor Roucek (Mitte) war Journalist beim Radio Free Europe und später Vize-Präsident des Europäischen Parlaments. Im Jahr 2025 lud ihn das Kulturforum nach Wiesloch ein.Foto: Kulturforum Südliche Bergstraße
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von Kulturforum Südliche Bergstraße e. V.Redaktion NUSSBAUM
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