Vorbemerkung: Bei der Frauenfußball-EM wird traditionell nicht auf Kunstrasen gespielt, weil die UEFA bei ihren Turnieren auf Naturrasen setzt. Die UEFA begründet dies mit der höheren Verletzungsgefahr und der schlechteren Spielqualität auf Kunstrasen im Vergleich zu Naturrasen! Der KRP-Antrag der CDU-Fraktion wurde aus ähnlichen Gründen Ende 2023 vom TSV Korntal abgelehnt!
Vorausschicken möchte ich, dass wir der Sanierung der Sportstätten im Dezember 2023 zustimmten. Dass diese notwendig ist, wurde sehr eindrucksvoll bei der Jahreshauptversammlung 2025 des TSV Korntal durch Vertreter der FB-Abteilung sachlich und überzeugend dargestellt. Eine Abhilfe ist zeitnah erforderlich, bevor weitere Jugendliche und junge Erwachsene abwandern. Die Nutzung der Sportanlage für den Schulunterricht ist in beiden Ortsteilen eher gering. Vielleicht ändert sich das durch die Ganztagesschule!
Neu ist nun im Juli 2025, dass zwei Kunstrasenfelder das Manko der Platzpotentiale lösen sollen. Eines gibt es bereits in Münchingen!
Naheliegend, dass wir als grüne Spinner und Haarspalterinnen eingestuft werden, wenn wir Bedenken wegen Belastungen für die Gesundheit der Sportler*innen und unserer Kinder äußern. Mit der UEFA sind wir in guter Gesellschaft!
Uns geht es um eine sachliche und fundierte Abwägung möglicher Risiken. Nein, wir betreiben hier keine Panikmache, wir wollen sorgfältig für eine belastbare Bewertung gesundheitlicher und ökologischer Risiken eintreten. Z.B. wird KRP bei Hitze heißer als Asphalt!!
Als Fan von Sven Plöger schätze ich seine Analyse und Handlungsempfehlungen, für klimatische Konsequenzen unseres Tuns. Der Begriff der „kognitiven Dissonanz“, will sagen, dass wir wider besseres Wissen nicht konsequent handeln, muss beachtet werden. Gesundheitliche Risiken und Verletzungen sind durch Kunstrasen wahrscheinlicher als bei einem CO2 absorbierenden Naturrasen (NRP). Also erscheint die Kostenprognose schön gerechnet, denn sie schließt die gesundheitlichen Folgekosten und den Rückbau aus.
Die Aufbereitung des NRP liegt bei 22.000 €, Recycling des KRP bei 65.000 €.
Die Sanierungskosten des NRP liegen bei 65.000 €, bei KRP liegen bei 160.000 bis 210.000 €, bei durchschnittlich 15 Jahren Nutzung, und das mal 3 bei drei KRP!
Wird dies zum Problem anderer Leute, besonders wenn sich die EU-Umweltregulierungen verschärfen und die Planungssicherheit ins Schwanken kommt?
Wir sehen die besseren Nutzungsmöglichkeiten: bei NRP 800 h pro Jahr, bei KRP 2000 h!
Wir danken, dass wissenschaftlich belegte Bedenken von beiden Sportvereinen und der Verwaltung ernst genommen wurden. So wurden Abwasserfilter und ökologische Verfüllstoffe berücksichtigt.
Unbestritten ist die herausragende sozial-integrative Leistung beider Sportvereine. Was hier an Kinder- und Jugendtraining, natürlich ebenso für Erwachsene geleistet wird, können wir mit Geld nicht aufwiegen!!
Albrecht Gaiser
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen