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„FREIRÄUME“ beleben Neckargemünd

Projekt um Villa Menzer in Neckargemünd erfüllt Erwartungen

Die Villa Menzer hat sich in den vergangenen zwei Jahren zu weit mehr entwickelt als nur einem Coworking-Space.
Die Villa Menzer in Neckargemünd ist ein Begegnungsort für Unternehmen, Vereine, Künstler, Start-ups und Ehrenamtliche geworden.Foto: Julia Materna

Im Rahmen des Projekts „FREIRÄUME“, das Teil der bundesgeförderten Initiative „Smarte, nachhaltige Metropolregion Rhein-Neckar“ ist, entsteht in Neckargemünd ein moderner Begegnungsort für Arbeit, Kultur, Ehrenamt und digitale Innovation. Nun zog die Verwaltung im Gemeinderat eine umfangreiche Zwischenbilanz – mit überwiegend positiven Ergebnissen.

Mit Millionen gefördert

Das Projekt wird über das Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ von Bund und KfW unterstützt. Insgesamt stehen für das Teilprojekt FREIRÄUME rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung, verteilt auf die Pilotkommunen Neckargemünd, Eberbach und Meckesheim. Der Förderzeitraum wurde inzwischen bis August 2027 verlängert.

Was das Projekt erreichen will

Ziel des Projekts ist es, leerstehende oder wenig genutzte Gebäude neu zu beleben und multifunktional nutzbar zu machen. Das Konzept basiert auf drei Säulen: Coworking (hier können Arbeitsplätze angemietet werden), offene Gemeinschaftsräume und smarter Tourismus. In Neckargemünd wird dieses Modell in der historischen Villa Menzer umgesetzt.

Der Plan geht auf

Seit Beginn der Testphase im Jahr 2024 habe sich die Villa laut Verwaltung zu einem „beliebten Treffpunkt für Veranstaltungen, Arbeit und Kultur“ entwickelt. Unternehmen, Vereine, Künstler, Start-ups und Ehrenamtliche nutzen die Räume inzwischen regelmäßig.

Mittlerweile zählt das Projekt rund 230 registrierte Nutzerinnen und Nutzer. Besonders stark nachgefragt seien Meetingräume und flexible Einzelbüros. Letztere sind inzwischen vollständig vermietet, teilweise existiert bereits eine Warteliste.

Umfeld und technische Ausstattung stimmen

Die Villa Menzer dient dabei nicht nur als Arbeitsplatz, sondern zunehmend auch als sozialer und kultureller Treffpunkt. Veranstaltungen wie das Familiencafé, Netzwerktreffen, Ausstellungen oder Trauungen sorgen für eine stärkere Belebung der Innenstadt. Besonders positiv bewertet werden laut Nutzerumfragen das Ambiente der Villa, die moderne technische Ausstattung sowie das persönliche Community-Management.

Zukunftsvisionen

Auch digital setzt das Projekt neue Akzente. Neben einem modernen Buchungs- und Zugangssystem entstehen derzeit weitere Angebote: So wird die Geschichte der Villa Menzer künftig über eine Augmented-Reality-Station digital erlebbar gemacht. Ergänzend sind QR-Code-Rundgänge, ein digitaler Ausleihschrank im Menzerpark und sogenannte „Weitersehen“-Stationen entlang der Neckarroute geplant. Außerdem soll die Villa künftig als Lernort für MINT-Bildung genutzt werden.

Herausforderungen

Trotz der positiven Entwicklung sieht die Verwaltung weiterhin Herausforderungen. Besonders der energetische Zustand der Villa bereite Probleme. Hohe Heizkosten, sanierungsbedürftige Gebäudeteile und fehlende Barrierefreiheit erschwerten den wirtschaftlichen Betrieb.

Wie geht es nach 2027 weiter?

Dennoch sieht die Stadt großes Potenzial für die Zukunft. Denkbar seien unter anderem ein Ausbau des Dachgeschosses, eine Nutzung des historischen Gewölbekellers für Veranstaltungen oder zusätzliche Kultur- und Freizeitangebote im Menzerpark. Im Laufe der Jahre 2026 und 2027 soll entschieden werden, wie das Projekt nach Auslaufen der Förderung dauerhaft fortgeführt werden kann.

Für die Verwaltung steht bereits jetzt fest: Die Villa Menzer hat sich wieder zu einer „guten Stube“ der Stadt entwickelt – als Ort der Begegnung, Innovation und Gemeinschaft.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM/Julia Materna
19.05.2026
Orte
Neckargemünd
Kategorien
Gemeinderat
Kommunalpolitik
Politik