In unserer Klasse 8 fand vor am letzten Montag das Projekt „Verrückt? Na und!“ statt. Das Projekt ist im Landkreis Tübingen noch relativ neu, während es im Landkreis Reutlingen bereits seit längerer Zeit angeboten wird. Ziel des Projekttages ist es, über psychische Erkrankungen aufzuklären und das Thema offen anzusprechen.
Der Projekttag dauerte einen ganzen Schultag und wurde von einer hauptamtlichen Fachkraft sowie einer betroffenen Person begleitet. Unterstützt wurden sie außerdem von den Klassenlehrkräften und der Schulsozialarbeit. Gemeinsam sorgten sie für eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre.
Besonders eindrucksvoll war, dass die betroffene Person von ihrer eigenen psychischen Erkrankung erzählte. Dadurch wurde den Schülerinnen und Schülern gezeigt, dass man trotz psychischer Probleme wieder gesund werden kann und Hoffnung haben darf.
Im Laufe des Tages wurden verschiedene Fallbeispiele besprochen. Diese halfen dabei, miteinander ins Gespräch zu kommen und Unsicherheiten abzubauen. Besonders wichtig war die Frage: „Wann muss ich Hilfe holen, wenn sich mir jemand anvertraut?“ Auch darauf erhielten die Schülerinnen und Schüler hilfreiche Antworten.
Außerdem wurde ein kleines Quiz durchgeführt. Dabei ging es unter anderem darum, wie viele Menschen im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung leiden und ab welchem Alter psychische Erkrankungen auftreten können. Ebenso wurde mit Zahlen belegt, dass die Zahl der Suizide zurückgeht – vor allem dank besserer Aufklärung und offener Gespräche über psychische Gesundheit.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse und verhielten sich während des gesamten Projekttages sehr respektvoll. Alle hörten aufmerksam zu, ohne blöde Kommentare, und zeigten viel Betroffenheit und Mitgefühl.
Besonders positiv war außerdem, dass die Schülerinnen und Schüler jederzeit Fragen stellen konnten – auch zu Themen, die sie persönlich beschäftigen. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, vertrauliche Gespräche unter vier Augen zu führen.
Wichtig war auch die Information, dass niemand mit Sorgen oder Problemen alleine bleiben muss. Jugendliche im Landkreis Reutlingen und im Landkreis Tübingen können sich beispielsweise an die Schulsozialarbeit oder Beratungsstellen wenden. Unterstützung bieten unter anderem Arbeitskreis Leben (AKL) e.V. Reutlingen / Tübingen, die Onlineberatung Youth-Life-Line oder GP.rt – Gemeinnützige Gesellschaft für Gemeindepsychiatrie Reutlingen / GP.rt. Auch die Erziehungsberatungsstelle sowie die Psychologische Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen helfen Jugendlichen und Familien in schwierigen Situationen weiter.
Der Projekttag machte deutlich, wie wichtig Aufklärung über psychische Erkrankungen ist und dass man mit Problemen nicht allein bleiben muss.

