
Nach der Pause war es das Fanfarencorps Rauenberg unter der Leitung von Hans-Peter Menges, das zunächst mit Sambarhythmen wieder Leben in den Saal brachte.
Skurril und herrlich grotesk zeigte sich die „Leddiche-Wallfahrt en de Harres“ des Frauenchores, deren Ziel eine Statue des „heiligen Schigonius“ war. „Zum heiliche Schigonius sinn schun viel Leid gange und hewwe dann en Mann gfange“ so die Tageslosung der Single-Damen, die leider erkennen hatten müssen: „Koona hot uns gwolld!“.
Auf eine gesangliche Rundreise durch Europa entführte der Männerchor, humorvoll umrahmt von einer Märchengeschichte: Zur Herausforderung wird für König Benjamin die Vermählung seiner Tochter Prinzessin „Alexandra“ Linder, übrigens die schönste und klügste im ganzen Kraichgau. Die Sänger begleiteten die interaktiv mit dem Publikum inszenierte Märchenerzählung mit einem „Schlagerstrudel“ aus vielen bekannten Melodien.
„World of Avatar“ war das Motto des Showtanzes der Juniorengarde und fand sich sowohl musikalisch als auch optisch hervorragend umgesetzt. Wie ein großer Organismus verschmolzen die „Na'vi-Tänzerinnen“ zu einer Einheit, die durch überaus schnelle Interaktion die passende Illusion zur Filmmusik lieferte.
„Leider hat der Elferrat mich nicht zur Papstwahl vorgeschlagen, deshalb müsst ihr mich jetzt wieder ertragen“, frotzelte der Bruder vom leeren Krug (Marius Sandritter), der als fester Bestandteil der Sitzung zu seiner alljährlichen Predigt ansetzte. Vor seinem Rundumschlag war niemand sicher, ob Merz oder Trump, von der Weltpolitik bis zu den Niederungen der Kommunalpolitik.
Mit ihrem Showtanz „Superbowl – Seniors United“ gaben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Seniorengarde noch mal alles: vom „Aufwärmen“, passend im Jogginganzug mit „Hip-Hop-Moves“ zum Eminem-Soundtrack („Lose Yourself“) ging es anschließend in den „American Style“ über – klar, dass das begeisterte Publikum die Pompons bei einer Zugabe erneut über die Bühne zaubern sehen wollte.
Was passiert, wenn Christine Zehnbauer auf Jimmy Fellon treffen würde, malten sich Johanna Göft und Christoph Rehorst in einer urkomischen, kommentierten Version von „Alles nur geklaut“ aus. „Don’t stop believing“ ließ die Stimmung im Saal danach noch höher steigen und beim „Gummibärenlied“ war Mitsingen dann quasi Pflicht.
Eine Hommage, zugleich aber auch eine Parodie auf „Army-Songs“ brachte die „Top Gun Crew“ des vereinseigenen Männerballetts ins Programm ein, trainiert von Melanie Geider und Tobias Fleckenstein. Nach einem eher martialischen Start wandelte sich die Performance und brachte den Sexappeal der „Candymen“ zum Vorschein, mit Hebefiguren und einer Pyramide als Höhepunkt.
Zum großen Finale lockten die Piloten von der „Männerballettflugstaffel“ schließlich mit dem Fliegerlied die große Zahl aller Mitwirkenden auf die Bühne, bis sich ihr Strom in Form einer Polonaise in alle Ecken des Saales ergoss und zu guter Letzt in der Bar mündete.
(Text: Tobias Rehorst)