Luzia Schlotz, Schulsozialarbeiterin am Raichberg-Gymnasium in Ebersbach an der Fils und Angebotsleitung für alle Angebote der Schulsozialarbeit des CJD im Landkreis Göppingen, zieht mit Blick auf das letzte Schuljahr (2024/25) eine Zwischenbilanz: Psychische Belastungen prägen zunehmend den Schulalltag von Schülerinnen und Schülern. Angst, Überforderung und Leistungsdruck sind inzwischen zentrale Themen.
„Schulsozialarbeit wird zunehmend zur zentralen Anlaufstelle für psychische Stabilisierung“, sagt Schlotz. Etwa zwei Drittel der Beratungsgespräche betreffen psychische Belastungen wie Angst, depressive Verstimmungen oder Selbstwertprobleme. Viele Jugendliche fühlen sich dauerhaft erschöpft, berichten von Leistungsdruck und Zukunftsängsten – quer durch alle Schulformen und unabhängig vom sozialen Hintergrund.
Schlotz begleitet die Jugendlichen durch vertrauliche Einzelfallgespräche, Kriseninterventionen, Gruppenangebote und Klassenprojekte und arbeitet eng mit Lehrkräften sowie externen Hilfsangeboten zusammen. Ziel ist es, Belastungen frühzeitig zu erkennen und Hilfe anzubieten, bevor diese zu ernsthaften Krisen führen.
Die Gründe für die steigenden Belastungen sind vielfältig: die Nachwirkungen der Pandemie, Einfluss sozialer Medien, familiäre Herausforderungen, globale Krisen und der wachsende Druck im Bildungssystem. Vor diesem Hintergrund kann Schulsozialarbeit stabilisieren, begleiten und Räume schaffen, in denen Jugendliche über ihre Sorgen sprechen können.
„Wir sehen deutlich, dass Jugendliche fachlich gut auf das spätere Leben vorbereitet werden, emotional und sozial jedoch häufig unterversorgt sind“, betont Schlotz. „Schulsozialarbeit hilft, Belastungen frühzeitig zu erkennen, gibt Halt und stärkt Jugendliche für Schule, Alltag und Beruf.“ Das CJD appelliert daher auch mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg an die Politik, Schulsozialarbeit strukturell abzusichern und langfristig auszubauen.
Über das CJD
Das CJD ist eines der größten Bildungs- und Sozialunternehmen in Deutschland. Seine rund 11.500 Mitarbeitenden fördern und begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene an über 350 Standorten in Kitas, Schulen, Berufsbildungswerken und Lehrbetrieben, in Kliniken, Reha-Einrichtungen, Wohngruppen und Werkstätten. Der seit der Gründung des Unternehmens 1947 geprägte Leitgedanke „Keiner darf verloren gehen!“ bedeutet heute für das CJD, dass jeder Mensch das Recht hat, Teil der Gesellschaft zu sein. Das CJD unterstützt Menschen auf diesem Weg. Es befähigt Menschen, ihre Persönlichkeit zu entfalten und durch bedürfnisorientierte und vernetzte Angebote ein selbstständiges Leben zu führen.