
Es war der Sprung ins kalte Wasser. Bei der großen Feier anlässlich des 30-jährigen Bestehens von Pusch-Data erinnerte der Geschäftsführer Andreas Pusch am Donnerstag vergangene Woche an die Anfänge, die Entwicklungen und die Herausforderungen in den vergangenen Dekaden.
„Der Sprung in die Selbstständigkeit war wild“, berichtete Andreas Pusch vor rund 250 Gästen von der Gründung seines IT-Unternehmens im Jahr 1995. Er habe damals Technische Informatik in Ulm studiert. Das Studium sei aber äußerst langweilig gewesen. „Ich habe mich immer nach mehr Praxisbezug gesehnt“, erzählte der Geschäftsführer. Es wuchs die Idee einer eigenen Firmengründung. Die Eltern hätten schon kritische Fragen gestellt, ihm aber nie Steine in den Weg gelegt, so Andreas Pusch.
Die ersten Jahre sei es um die Basisarbeit gegangen. „Es war eine spannende Zeit“, sagt der Geschäftsführer heute. Es mussten neben der Technik auch weitere, etwa buchhalterische, Kenntnisse erworben werden. Doch die ersten Kunden waren an Bord - und manche sind bis in die Gegenwart geblieben. „Wir wollten lange Geschäftsbeziehungen, den schnellen Euro wollten wir nicht“, sagt Pusch. Und das gilt wohl bis heute.
Geschäftsführer Andreas Pusch erinnert an die Firmengeschichte
Nach der Jahrtausendwende wuchs das Unternehmen. Erste Mitarbeiter wurden eingestellt und große Kunden wie Porsche und Mercedes kamen als Auftraggeber hinzu. „Das war die Basis für weiteres Wachstum“, erklärt Pusch. Die Zahl der Mitarbeiter stieg und stieg. Plötzlich wurden neue Themen wie Personalführung wichtig. „Wir mussten erst einmal mit dem Wachstum klar kommen“, sagt der Geschäftsführer.
Im Jahr 2019 kam der Sprung von Salach ins neue Firmengebäude nach Eislingen. Eigentlich lief alles rund. Dann kam die Pandemie und stellte auch bei Pusch-Data vieles auf den Kopf. „Ich hatte Existenzängste, es war brutal“, sagt Andreas Pusch, wenn er an diese Zeit zurückdenkt. Am Ende kam es für Pusch-Data aber nicht so schlimm, wie befürchtet. Heute sagt Andreas Pusch: „Wir sind gestärkt daraus hervorgegangen.“
Zu den Gratulanten zählte während der Jubiläumsfeier der Eislinger Oberbürgermeister Klaus Heininger. Gerade in der schnelllebigen IT-Branche sei eine 30-jährige Firmengeschichte keine Selbstverständlichkeit, betonte der Schultes. Der Erfolg von Pusch-Data sei alles andere als ein Zufall. Er sei das Ergebnis von Innovationskraft, Kompetenz, Leidenschaft und Durchhaltevermögen, gepaart mit dem Einsatz engagierter Mitarbeiter. Dem Firmengründer attestierte Heininger Pioniergeist und Mut. „Sie haben die Firma zu einem verlässlichen, hochspezialisierten Partner für mittelständische Unternehmen, Konzerne, Institutionen und öffentliche Einrichtungen entwickelt“, sagte Heininger. Pusch-Data sei auch ein Vorbild dafür, wie man mit einer nachhaltigen Firmenphilosophie und regionaler Verwurzelung sein Team zukunftsfähig mache. Darüber hinaus lobte Heininger das soziale Engagement des Unternehmens.
Für die IHK hob der Geschäftsführer Gernot Imgart unter anderem die Ausbildungstätigkeit von Pusch-Data hervor. Derzeit gebe es acht Auszubildende in drei Berufen in dem Unternehmen mit knapp hundert Mitarbeitern. Diese hohe Quote sei „ein starkes Zeichen für nachhaltige Personalentwicklungen“, sagte Imgart. Als Zeichen der Anerkennung überreichte der IHK-Geschäftsführer eine Ehrenurkunde.
Ministerin lobt Bekenntnis zum Standort
Die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi (CDU), sagte: „Die Verwurzelung zum Standort ist ein Bekenntnis.“ Wenn erfolgreiche Unternehmen blieben, entstünden auch Perspektiven für die Heimat. Ferner erinnerte die Landesministerin daran, dass für den langjährigen Erfolg auch der Rückhalt der Familie notwendig sei. „Ihr seid ein echtes Familienunternehmen“, sagte Razavi. Die Pusch-Data sei ein Aushängeschild für die Heimat.
Nach dem offiziellen Teil des Nachmittags, moderiert von Ralph Wild, ließen die Besucher bei musikalischer Live-Unterhaltung von Dine und Robi den sommerlichen Abend ausklingen.bra