Nussbaum-Logo
Kultur

Quiet Lane – können auch laut

Wer sich für das Konzert von Quiet Lane im Alten Rathaus Schöckingen entschieden hatte, wurde mit einem wunderbaren Abend voller „dynamischer deutscher...
Foto: IH

Wer sich für das Konzert von Quiet Lane im Alten Rathaus Schöckingen entschieden hatte, wurde mit einem wunderbaren Abend voller „dynamischer deutscher FOLKsmusik“ belohnt. So charakterisieren Hannes Liewald und Simon Hartfelder ihre Eigenkompositionen, die sie mit zwei akustischen Gitarren und großartig harmonierenden Stimmen präsentierten. Dass der oft gezogene Vergleich mit dem legendären Folk-Rock-Duo Simon & Garfunkel angesichts der herausragenden Qualität von Quiet Lane berechtigt ist, dabei aber die künstlerische Eigenständigkeit der aus Birkenfeld bei Pforzheim kommenden Musiker nicht in vollem Umfang würdigt, wurde mit jedem der (einschließlich Zugaben) zwanzig dargebotenen Stücke deutlich. Welche Vielfalt der Ideen, welche gemeinsam zelebrierte Musikalität, welche Virtuosität in Liewalds atemberaubenden Gitarrensoli! Quiet Lane treten sowohl im Duo als auch – insbesondere bei ihren Plattenaufnahmen – zu viert mit Bass und Schlagzeug auf. Vier Alben hat die Band seit 2017 veröffentlicht, zuletzt im Herbst 2024 „laut gedacht“. Von dieser Platte stammten viele der im Alten Rathaus gespielten eigenen Stücke. Dazu gesellten sich einige Coverversionen vom amerikanischen Bluegrass-Traditional bis zu „Eine gute Nachricht“ des deutschen Hip-Hop-Musikers Danger Dan. Ihre enorme Vielseitigkeit stellten Hartfelder und Liewald gegen Ende des Abends auch mit mehreren englischsprachigen Titeln von ihrer ersten Platte unter Beweis, darunter „I wish“, von Hannes Liewald augenzwinkernd als „eskalatives Musizieren mit zwei akustischen Gitarren“ angekündigt. Simon Hartfelders kraftvolle Rhythmusgitarre bildete das Fundament für Liewalds geradezu aberwitziges Gitarrenspiel. Zwischen den Stücken plauderten die Zwei auf der Bühne, stets entspannt und wohlige Atmosphäre verbreitend, mal miteinander, mal mit dem Publikum, das Einblicke in die Unterschiede zwischen englisch-getextetem und deutschsprachigem Folk erhielt und erfuhr, dass „Treuer Freund“ auf einer Inspiration vom Remstäler Weinfest basiert und die Idee zu „Naturtrüb“ beim „Blick über die Dächer von Ochsenhausen“ entstand. Neben melancholischen Balladen durfte der Saal mitklatschen („Ophelia“), mitschunkeln und den eingeübten Refrain mitsingen („Auf See“). Auf der Treppe vor der Bühne sitzend, verbanden sich die beiden Künstler bei den Zugaben mit dem Publikum, das ein virtuos swingendes Instrumental klatschend begleitete und die „Kleine Ballade“ a cappella zu Ende führte.

DH

Erscheinung
Ditzinger Anzeiger – Amtsblatt
Ausgabe 17/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Ditzingen
Kategorien
Kultur