In diesem Artikel wollen wir uns mit den Rabenvögeln aus unserer Gegend beschäftigen, die einfach auch als „Krappen“ bezeichnet werden. Doch es gibt vier Arten, die sich mit etwas Beobachtungsgabe und Interesse unterscheiden lassen.
Zunächst zur Rabenkrähe. Diese ist die häufigste Art und hat sich zum Kulturfolger entwickelt. Sie ist täglich zu sehen zwischen den Häusern, in Gärten, Parks und auf ortsnahen Feldern. Sie ist meist einzeln und nur zur Futtersuche in kleinen Gruppen unterwegs. Ihr Gefieder ist komplett schwarz und zeigt einen leicht metallischen Glanz. Sie ist etwa 50 cm lang und hat eine Spannweite von 80 bis 100 cm, die Männchen sind etwas größer. Der Schwanz als Unterscheidungsmerkmal ist zusammengelegt, am Ende gerade, wie abgeschnitten. Beim Flug wirkt er rundlich.
Oft hört man weit weg Rufe wie „krakk“ oder „rrogg“ oder ähnlich. Diese stammen vom Kolkraben. Oft ist er noch weit weg, aber er ist mit seiner lauten Stimme unüberhörbar. Er verbreitet sich in den letzten Jahren zunehmend bei uns, hält aber noch etwas Abstand zu Häusern oder Gärten. Er bewohnt eher Wald und Kulturland. Sein Gefieder ist ebenfalls schwarz, aber er ist mit 65 cm Körperlänge und einer Spannweite von 115 bis 130 cm deutlich größer als die Rabenkrähe, auch größer als der Mäusebussard. Er hat einen auffallend dicken Schnabel und sein Schwanz ist im Flug fächerförmig.
Als Nächstes kommen wir zur Saatkrähe. Diese Vögel kommen im Winterhalbjahr zu uns aus ihren Brutgebieten weit im Osten bis nach Sibirien. Man sieht sie bei der Futtersuche in großen Schwärmen auf Feldern, oft viele Hundert Tiere. Sie sind dabei auf der Durchreise in noch wärmere Gebiete. Doch auch bei diesen Vögeln gibt es Migranten. Immer häufiger fliegen sie im Frühjahr nicht mehr zurück und bilden Brutkolonien in Parks oder Grünflächen mit hohen Bäumen. Das sorgt vielerorts für Ärger wegen Lärm und Schmutz auf den darunter parkenden Autos. Man kann sie durch die weiße Schnabelwurzel und die befiederten Oberschenkel von den beiden oben genannten Arten unterscheiden.
Zuletzt kommen wir zur Dohle. Diese hat sich in den letzten Jahren ebenfalls stark verbreitet als Kulturfolger. Sie ist sehr gesellig, meist sieht man mehrere Vögel gleichzeitig und man hört sie zuerst mit ihren Rufen ähnlich „tschak, tschak“. Dohlen fliegen im Ort oft in Gruppen um Kirchtürme, und sie suchen ihr Futter auf offenen Flächen am Boden. Auf den gepflegten Rasenflächen im Friedhof sind sie täglich anzutreffen. Sie sind leicht zu erkennen, denn sie sind die kleinsten heimischen Rabenvögel, etwa taubengroß und damit deutlich kleiner als die oben genannten Arten. Sie haben kein schwarzes, sondern ein dunkelgraues Gefieder, einen grauen Nacken und eine schwarze Kopfkappe. Auffällig sind der kurze Schnabel und die weiß leuchtenden Augen.
Im Herbst oder Winter sieht man oft Ansammlungen von mehreren Hundert Tieren bei der Futtersuche. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, denn man findet darin oft alle vier genannten Arten, die sich vergesellschaftet haben.
OS, NuV-Odenheim.de


