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Gemeinderat spricht sich für Trasse aus

Radschnellweg zwischen Weinheim und Mannheim beschlossen

In möglichst kurzer Zeit zwischen Weinheim und Mannheim mit dem Fahrrad unterwegs sein? Das könnte bald zur Wirklichkeit werden.
Fahrradfahrer auf einem Radweg
Der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung in Weinheim hat sich für einen Radschnellweg nach Mannheim ausgesprochen.Foto: Tobias Ackeborn

Klimafreundlich unterwegs, ohne viele Ampeln, dafür mit genügend Platz und sicherem Vorankommen – das sind gute Aussichten für Radfahrer, die zwischen der Großen Kreisstadt und dem Oberzentrum pendeln. Am Mittwochabend sind die Fahrradfahrer und andere Freunde klimafreundlicher Mobilität auf diesem Weg ein gutes Stück vorangekommen.

Keine Konkurrenz zwischen Verkehrsmitteln

Der Gemeinderat hat sich am 18. März für eine Trasse ausgesprochen, die dem Gremium als Vorschlag des Amtes für Stadtentwicklung vorlag und einen Kompromiss nach mehreren Vorgesprächen darstellt. Kernstück ist eine neue Unterführung unter den Bahnschienen – die sicherste Variante. Der Gemeinderat folgte einer Empfehlung des Ausschusses für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung. Auch Oberbürgermeister Manuel Just hatte eingangs für die Trassenführung geworben, weil dadurch keine Konkurrenz zwischen den Verkehrsmitteln entsteht. Dies wäre bei einer Sperrung des Suezkanalweges passiert.

Karte des geplanten Radschnellwegs durch Weinheim
So soll der Radschnellweg durch Weinheim verlaufen.Foto: Stadtverwaltung Weinheim

Land und Bund könnten 90 Prozent der Kosten übernehmen

Die Rats-Mehrheit sprach in der Diskussion von einer deutlichen Verbesserung für Radfahrer, aber auch von einer Steigerung der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer – vor allem an neuralgischen Punkten in der Weststadt. Die Trasse geht vom Hauptbahnhof bis zur westlichen Gemarkungsgrenze nach Viernheim. Verlockend dabei: Eine sehr stattliche Förderung der Maßnahme durch Bund und Land. Man rechnet mit einer Kostenübernahme von bis zu rund 90 Prozent. Damit sei aber auch klar, dass der Ausbaustandard den Förderrichtlinien entsprechen muss und nicht im Ermessensspielraum der Kommune liegt. Somit sei der Barbarasteg zwischen Rosenbrunnenstraße und Breslauer Straße nicht zulässig; er erfüllt nicht den geforderten Standard, weil er zu schmal und zu steil ist. Eine Ertüchtigung wäre die teuerste Variante.

Unterführung unter den Bahnschienen

Stattdessen kristallisiert sich nun eine Trasse heraus, für die eine Unterführung unter den Bahnschienen in Richtung Multring und Breslauer Straße gebaut wird – diese entspricht den geforderten Standards und ermöglicht den Zugang zu den staatlichen Fördermitteln. Insgesamt soll die gewählte Streckenführung etwa 21,9 Millionen Euro kosten. Bis zu 90 Prozent könnten Bund und Land davon übernehmen.

Karte von Trasse mit Unterführung unter den Bahnschienen
Die Trasse bekommt eine Unterführung unter den Bahnschienen durch.Foto: Stadtverwaltung Weinheim

Weinheim hat keinen Ermessensspielraum

Sven-Patrick Marx, der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung (zu dem auch die Verkehrsplanung gehört), hatte zuvor die Entwicklung geschildert sowie die Überlegungen, die zu der jetzt vorgeschlagenen Trasse geführt haben. Marx betonte, dass für einen Radschnellweg Fördermittel aus Land- und Bundesmitteln in Aussicht stehen, „die wir so in diesem Maße aus anderen Projekten nicht kennen“. Damit sei aber auch klar, dass der Ausbaustandard den Förderrichtlinien entsprechen müsse und nicht im Ermessensspielraum der Kommune liegt.

Missstände in Breslauer Straße beheben

So sei man nach Vorberatungen zum Kompromiss der nun vorgeschlagenen Trasse gekommen, so Sven-Patrick Marx, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung (zu dem auch die Verkehrsplanung gehört). Ein Hauptanliegen sei es gewesen, keine Konkurrenz zwischen den Verkehrsmitteln entstehen zu lassen. So sei man auch von der Sperrung des Suezkanalweges für den Autoverkehr wieder abgerückt.

Insgesamt, so Marx weiter, bedeute der Radschnellweg nicht nur eine deutliche Verbesserung für die Radfahrer, sondern insgesamt eine Erhöhung der Verkehrssicherheit, vor allem in der Breslauer Straße, wo es im Moment schwierige Situationen gibt. Auf diesem Wege könne man Missstände abstellen, ohne sehr tief in die eigene Tasche greifen zu müssen.

Mannheim und Viernheim schon weiter

Der Stadtplanungschef erinnerte auch daran, dass der Gemeinderat der Stadt Weinheim für den Radschnellweg schon im Jahr 2019 einen Grundsatzbeschluss getroffen hat, um gemeinsam mit den Nachbarstädten Weinheim und Viernheim die Strecke umzusetzen. Rund 14.000 Pendler verkehren derzeit zwischen der Großen Kreisstadt und dem Oberzentrum Mannheim. In Mannheim und Viernheim sind Abschnitte des Radschnellweges bereits umgesetzt; Weinheim will jetzt aufholen.

Erscheinung
exklusiv online
von pm/red
19.03.2026
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Politik