Am Sonntag, den 3. Mai 2026, unternimmt der Heimatverein eine Radtour nach Weiher (weitere Informationen siehe vorheriges Mitteilungsblatt). Treffpunkt und Abfahrt ist um 12.30 Uhr bei der Wiesentaler Marienkapelle (Kapelli) am Ortsausgang Richtung Hambrücken.
Auf den Spuren jüdischer Kultur in Speyer
Zum Kennenlernen der Heimat führte im April die Exkursion des Heimatvereins Wiesental nach Speyer. Die erste Führung erfolgte im Judenhof auf dem Gelände der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde, wo noch die Mauern der Synagoge und die Mikwe zu großen Teilen erhalten sind. Die Wohnbebauung existiert nicht mehr.
Speyer beherbergte im Mittelalter eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden. Diese erlangte nicht nur wirtschaftlichen Wohlstand, sondern sie unterhielt auch ein Lehrhaus für die Ausbildung von Rabbinern. Die jüdische Bevölkerung hatte einen hohen Bildungsstand, der sich wesentlich von ihren christlichen Zeitgenossen unterschied. Frauen und Männer waren des Lesens, Schreibens und Rechnens kundig, beherrschten neben Hebräisch und Deutsch oft auch weitere Fremdsprachen. Das friedvolle Zusammenleben beendeten die Pestpogrome, sodass 1534 keine Juden mehr in Speyer lebten. Die jüdischen Gebäude wurden im Pfälzer Erbfolgekrieg 1698 zerstört.
Erst im 19. Jahrhundert siedelten sich erneut Juden in Speyer an, die wieder eine Synagoge errichteten. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten und deren Gewaltherrschaft beendete erneut das jüdische Leben in Speyer. Viele jüdische Bürger wurden ermordet, die Synagoge niedergebrannt.
In den 1990er Jahren kamen aus Osteuropa wieder Juden nach Speyer. Am 9. November 2011, genau 73 Jahre nach der Zerstörung des alten Gotteshauses, wurde die moderne Synagoge, die nächste Station der Exkursion, feierlich eröffnet. Die großen Fenster prägen das Gebäude. Mit interessanten Erläuterungen der Führerin über den jüdischen Alltag und das religiöse Leben endete der Ausflug nach Speyer.
HPH