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Rathaus Münchingen zeigt sich wieder von seiner besten Seite

(ah) Könnte es sprechen, was würde es uns für Geschichten aus den vergangenen Jahrhunderten erzählen? Von Entbehrungen und Festen, von Kriegs- und...
Rathaus Münchingen

(ah) Könnte es sprechen, was würde es uns für Geschichten aus den vergangenen Jahrhunderten erzählen? Von Entbehrungen und Festen, von Kriegs- und Friedenszeiten. Das Münchinger Rathaus hat einiges miterlebt und stolze 339 Jahre auf dem „Buckel“ bzw. Dach. Der Zahn der Zeit, in diesem Fall maßgeblich der Holzwurm, hatte dem Gebäude ganz schön zugesetzt. Nun strahlt es wieder in ursprünglichem Glanz. Rotorange leuchten die Balken und heben sich von den frisch sanierten Gefachen ab. Innen wie außen hat man in den letzten Jahren dem Gebäude wieder zu neuem Leben verholfen. Der Gemeinderat entschied sich dafür, das denkmalgeschützte Gebäude für die nächsten Generationen und Jahrhunderte zu ertüchtigen und zu sanieren.

Abgeschlossen ist mittlerweile die Sanierung des Fachwerks. Ursprünglich war eine Bauzeit von circa einem dreiviertel Jahr vorgesehen. „Aufgrund des erheblichen Schadensbildes an der Holzkonstruktion erstreckten sich die Arbeiten letztlich über mehr als vier Jahre“, berichtet Architekt Jochen Schild vom Gebäudemanagement der Stadtverwaltung. Sowohl in der Dachkonstruktion als auch in den Fachwerkgeschossen wurden sämtliche schadhaften Holzelemente behutsam instandgesetzt – entweder prothetisch durch halbseitige Überblattungen (traditionelle Holzverbindungstechnik) ergänzt oder vollständig ersetzt.

Im Bereich des äußeren Fachwerks kamen, wo immer möglich, sogenannte Aufbohlungen (Aufdopplung von Holz) auf die bestehende Holzkonstruktion zum Einsatz. Insgesamt wurden deutlich über 100 Elemente in Fassaden, Decken und Dach bearbeitet oder erneuert.

Die Gefache wurden vollständig instandgesetzt: Teilweise konnte originales Bruchsteinmauerwerk wiederverwendet werden, die übrigen Bereiche wurden mit kleinformatigen Ziegelsteinen neu aufgemauert. Die Fensterläden wurden weitgehend restauriert; nur wenige Exemplare, die nicht mehr zu erhalten waren, mussten ersetzt werden. Die Restaurierung orientierte sich konsequent am historischen Erscheinungsbild des Gebäudes.

Zusammenspiel vieler Experten

Zu den besonderen Maßnahmen zählte unter anderem die Einbringung einer Zellulose-Wärmedämmung in den Gefachen der Decke über dem zweiten Obergeschoss. Damit wird ein denkmalgerechtes Mindestmaß an Wärmeschutz und Energieeinsparung erreicht und zugleich das Raumklima für die Nutzer verbessert. Zudem wurden die originalen Lehmwickel als Füllung der Deckengefache – entsprechend den Vorgaben des Denkmalschutzes – wiederverwendet.

„Eine besondere Herausforderung war, dass Zimmerer, Maurer, Gipser, Maler, Schreiner, Restauratoren, Gerüstbauer, Dachdecker, Spengler und Elektriker eng zusammenarbeiten mussten“, weiß der Fachbereichsleiter des Fachbereichs Gebäudemanagement Dieter Keller.

Leuchtende Farben lassen Fassade erstrahlen

Dem ein oder anderen Bürger dürfte die Strahlkraft des sanierten Gebäudes auch schon ins Auge gefallen sein.

Denn die intensive Leuchtkraft der Fassade ist auf die verwendeten Materialien zurückzuführen: Zum Einsatz kamen ausschließlich denkmalgerechte Ölfarben auf dem Fachwerk und den Klappläden sowie Silikatfarben auf den verputzten Gefachen. Alle Beschichtungen sind hochgradig atmungsaktiv und verhindern so Folgeschäden, wie sie bei früheren Sanierungen durch sperrende, kunstharzbasierte Lacke und Spachtelungen entstanden waren.

Gerüst am Rathaus bis in den Frühling nötig

Die Verkehrseinschränkungen aufgrund eines Gerüsts werden voraussichtlich von Kalenderwoche 08 bis Kalenderwoche 18 andauern. Das Gerüst ist erforderlich, weil die Arbeiten am Mauersockel des Gebäudes als letzter Bauabschnitt erfolgen. Der Mauersockel wird grundlegend renoviert. Diese Arbeiten können nicht im Winterhalbjahr durchgeführt werden und erfordern frostfreie Witterung. Anders als während der umfassenden Sanierung wird der betroffene Straßenabschnitt jedoch nur geringfügig eingeschränkt sein. Der Verkehr wird wechselseitig mit Schilderregelung geführt, eine Ampelschaltung ist nicht vorgesehen. Durch den Einsatz eines schmaleren Gerüsts mit geringerer Last- und Breitenklasse – im letzten Bauabschnitt müssen nur noch wenige Materialien auf dem Gerüst gelagert werden – bleibt die Straße mit Begegnungsverkehr auf Sicht befahrbar. Lediglich der gegenüberliegende Gehsteig wird zum Schutz der Fußgänger gesperrt. Hier werden die Fußgänger durch die Gasse zwischen Rathaus und Museum umgeleitet.

Mehr über das historische Rathaus können Sie hier online nachlesen:

www.korntal-muenchingen.de/de/Stadt-Land/Unsere-Stadt/Muenchingen

Erscheinung
Amtsblatt Stadt Korntal-Münchingen
Ausgabe 09/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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