Charmant und ungezwungen erzählt Ines Parizon zu Beginn des Abends von ihrer alten Heimat Offenburg und der Fasent, mit ihren Bräuchen, Narrenzünften und den jeweiligen Figuren, den „Hästrägern“. Sie brachte damit die interessierten Besucher*innen sogleich an Ort und Zeit des Geschehens in ihrem Roman Gerüchteküche Reblandzunft.
In diesem müssen sich die Kriminalhauptkommissarin Marie und ihr Mann Andreas um die beiden Töchter von Maries Schwester kümmern, die nach einem Schienbeinbruch im Krankenhaus liegt. Und das während der Fasent, wo alles anders läuft als sonst, und mit der Marie so gar nichts am Hut hat. Schlimmer noch: Ihr neuester Fall führt sie erneut in ihren Heimatort.
Ein Mann, der zuvor auf dem Wildsauenball in Durbach versuchte eine junge Frau unter Alkoholeinfluss zu setzen und mit nach Hause zu nehmen, wird tot auf den Gleisen in der Nähe des Offenburger Bahnhofs aufgefunden. Die Auffindesituation lässt darauf schließen, dass es sich dabei vermutlich nicht um einen Unfall handelt.
Der Tote trug unter anderem eine graue Spättlejacke. Diese erkannte Marie sofort, denn sie gehört zum Häs der Zeller-Esel, eine Narrenfigur der Narrenzunft Zell-Weierbach. In der Hoffnung das noch unbekannte Opfer schnellstmöglich zu identifizieren stürzen sich Marie und Rafael, mit Hilfe des manchmal zu charmanten Kriminaltechnikers Roman, in den unübersichtlichen Trubel des schmutzigen Donnerstags.
Ein Wohlfühlkrimi, dessen Fokus nicht nur auf der Leiche liegt.
Natürlich durfte zu der Lesung ein gutes Schlückchen Wein, zum Krimi passend aus der Ortenau, nicht fehlen.
Ein gelungener Abend, der mit einer Vorschau auf das neue Manuskript der Autorin endete. Dieses wird im Kraichgau, genauer gesagt in Waibstadt spielen. Wir dürfen gespannt sein.


