Wie funktioniert eigentlich ein Gerichtsverfahren? Welche Aufgaben hat die Polizei im Rechtsstaat? Und warum sind unabhängige Gerichte für eine Demokratie so wichtig? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen am Walter Knoll Schulverbund im Rahmen des Projekts „Rechtsstaat macht Schule“. Initiiert wurde das Projekt vom Präventionsbeauftragten des WKSV, Philipp Hierlemann.
Zu Gast waren Richter Michael Hauk vom Amtsgericht Bad Saulgau sowie Polizist Markus Fensterle, Jugendsachbearbeiter am Polizeirevier Bad Saulgau. Beide vermittelten den Jugendlichen anschaulich, welche Rolle Polizei und Justiz in einer demokratischen Gesellschaft übernehmen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Rechtsstaat die Rechte jedes Einzelnen schützt und gleichzeitig dafür sorgt, dass Regeln für alle gleichermaßen gelten. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass demokratische Gesellschaften von unabhängigen Gerichten, fairen Verfahren und einer Polizei leben, die auf Grundlage von Recht und Gesetz handelt. „Gerade in einer Zeit, in der demokratische Grundwerte zunehmend infrage gestellt werden und extremistische Strömungen an Einfluss gewinnen, ist es wichtig, unseren jungen Menschen die Bedeutung unseres Rechtsstaats zu vermitteln. Demokratie lebt vom Verständnis ihrer Regeln, von Respekt gegenüber anderen und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, betont Philipp Hierlemann.
Richter Michael Hauk erläuterte die Aufgaben der Justiz und verdeutlichte, wie Gerichte unabhängig Entscheidungen treffen. Dabei wurde deutlich, dass die Gewaltenteilung ein wesentlicher Pfeiler der Demokratie ist und Bürgerinnen und Bürger vor Willkür schützt. Markus Fensterle berichtete aus seinem Arbeitsalltag bei der Polizei und erklärte, wie Rechtsnormen im täglichen Leben durchgesetzt werden und welchen Beitrag die Polizei zur Sicherheit und zum Schutz demokratischer Werte leistet. Ein besonderer Höhepunkt war die Durchführung einer simulierten Gerichtsverhandlung. Die Schülerinnen und Schüler übernahmen selbst verschiedene Rollen und konnten so nachvollziehen, wie ein rechtsstaatliches Verfahren abläuft. Durch diese praktische Erfahrung wurde deutlich, dass Urteile nicht auf persönlichen Meinungen beruhen, sondern auf Fakten, Beweisen und den geltenden Gesetzen.
Mit „Rechtsstaat macht Schule“ leistet der Walter Knoll Schulverbund einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und Demokratieförderung. Die Veranstaltung zeigte den Jugendlichen, dass Freiheit, Menschenwürde und Gerechtigkeit nicht selbstverständlich sind, sondern von einer starken Demokratie mit aktiver Beteiligung, Vertrauen in funktionierende Institutionen und einem ebenso funktionierenden Rechtsstaat getragen werden – und dass jede Generation Verantwortung dafür trägt, diese Werte zu bewahren.

