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Recycling von Rotorblättern

Windkraftanlagen haben eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Was passiert danach mit den Materialien? Über 85 Prozent sind schon heute...
Foto: Fraunhofer WKI

Windkraftanlagen haben eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Was passiert danach mit den Materialien?

Über 85 Prozent sind schon heute recycelbar

Eine Windkraftanlage besteht zu 85 bis 90 Prozent aus gut recycelbaren Materialien: Der Turm (Stahl) und das Fundament (Beton) sind vollständig wiederverwertbar. Auch die Gondel mit ihren Metallen, Kupferkabeln und Elektronikbauteilen erreicht eine Recyclingquote von über 95 Prozent.

Die Rotorblätter machen etwa 10 Prozent des Gesamtgewichts aus und bestehen hauptsächlich aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Glasfasern sind chemisch inert – also nicht giftig, ähnlich wie Sand. Bei der mechanischen Zerkleinerung entstehen feine Partikel, die in geschlossenen Anlagen mit Absaugung aufgefangen werden. Die thermische Verwertung erfolgt in Zementöfen, in der die Fasern zu nicht lungengängigen Kügelchen schmelzen.

Für die selten verwendeten Carbonfasern (CFK) gelten Arbeitsplatzgrenzwerte (TRGS 528), und auch dort entsteht nur ein sehr kleiner Anteil von lungengängigen Bruchstücken.

Das Recycling von Rotorblättern ist also kein unkontrollierter Prozess, sondern ein reguliertes Verfahren mit bewährter Technik.

Hinzu kommt, dass das Recycling ständig verbessert wird: Vestas betreibt eine Recyclinganlage in Dänemark, bei der das Kunstharz chemisch aufgelöst wird, Siemens Gamesa hat vollständig recycelbare Rotorblätter entwickelt. Das Branchenziel lautet: 95 Prozent Recyclingquote bis 2030. Auch bei der Rückgewinnung von seltenen Erden gab es kürzlich einen Durchbruch, der das Recycling preislich konkurrenzfähig zu neuen Materialien aus China macht.

Illegale Entsorgung: Ein Kriminalfall, kein Branchenproblem

Anfang 2025 wurde bekannt, dass ein Recyclingunternehmen aus der Oberpfalz (Roth International GmbH, Schwandorf) rund 700 Tonnen Abfälle – darunter auch Rotorblattmaterial – illegal nach Tschechien und Polen transportiert hatte. Der Firmeninhaber wurde verhaftet, die Staatsanwaltschaft Weiden hat Anklage erhoben. Der Fall zeigt: Illegale Entsorgung ist kein strukturelles Problem der Windkraftbranche, sondern eine Straftat einzelner Akteure – wie sie auch bei Bauschutt, Altöl oder Industrieabfällen vorkommt und konsequent verfolgt wird.

Windkraft im Vergleich

Keine Technologie zur Energieerzeugung ist abfallfrei. Windkraft schneidet in der Gesamtbilanz deutlich besser ab als fossile Energieträger (Kohleasche, Ölrückstände, CO₂) oder Kernkraft (radioaktive Abfälle mit Jahrtausende langer Lagerung). Die Recyclingquote von über 85 Prozent übertrifft viele andere Industrieprodukte.

T. Rinneberg

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Mitteilungsblatt der Stadt Schriesheim
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Ausgabe 20/2026
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