… und sang immer lauter, so dass er direkt korrigieren konnte und wir gleichzeitig ein ordentliches Stimmvolumen zusammen bekamen, obwohl im 2. Bass zeitweilig nur 4 Sänger waren, die auch wirklich sangen. Ich denke, das Nebeneinandersitzen funktionierte deshalb sehr gut, weil beide Seiten, also er und ich, sich über ihre damalige, jeweilige Rolle klar waren und das voll und ganz akzeptierten. Der eine will und muss was lernen, der andere muss und kann was beibringen. Und zusammen wird das dann was.
2017 wurde die U55 gegründet, die Untergruppe der Lyra für die Sänger von damals 15 bis 54 Jahren. 2018 traten wir auch beim Lyra-Konzert im Zehntkeller auf. Lyra UND U55 wurden begeistert beklatscht. Das Projekt U55 wurde nicht fortgeführt. Es gab im Vorstand Bedenken. Corona kam. Wie in Corona Ersatzproben abgehalten werden könnten, ob durch Zusammenschalten aller Sänger in Zoom oder Teams oder ab 2022 im Abstand auf heimischen Wiesen, dazu gab es einige Experimente und bedenkenreiche Diskussionen.
Peter ging es ab Sommer 2022 schlechter. Trotzdem stellten wir in diesem Jahr die Adventsfeier auf die Beine: Das gelang, und da war Peter sehr ergriffen. Er war in der Außendarstellung kein überschwänglicher Mensch. Er war immer ein feiner Gentleman, sehr höflich und freundlich, aber eben zurückhaltend. Ein Handschlag war in der Öffentlichkeit das Äußerste. An diesem Abend standen wir am Ende der Veranstaltung kurz zusammen, und was er zu mir sagte, habe ich gar nicht mehr in allen Einzelheiten im Gedächtnis. Was mir aber unvergessen bleibt, war, dass er mir plötzlich auf die Schulter und den Nacken klopfte und irgendwas wie „das ist wirklich schön, dass das alles so gut läuft“ sagte. Erinnern kann ich mich noch an ein Gefühl der totalen Verblüffung, aber auch daran, dass ich sein Schulterklopfen als eine Art Ritterschlag empfunden habe.
Dass Peter 2023 Ehrenvorsitzender wurde, war konsequent. 46+2 Jahre Vorstandsarbeit sind so eine Art Goldene Hochzeit auf Vereinsebene. Wie auch in einer Ehe, eben mit Höhen und Tiefen, musikalischen Erfolgen und Niederlagen, richtigen und falschen Entscheidungen. Eines war immer klar, Peter wollte stets das Beste für seine Lyra. Teil 5 folgt. Ingo Kuntermann