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Mit einem festlichen Gottesdienst

Regina Sorg als Pfarrerin in Baiertal-Dielheim eingeführt

Mit einem festlichen Gottesdienst ist am 20. Juli Pfarrerin Regina Sorg in der evangelischen Gemeinde Baiertal-Dielheim formell eingeführt wurden.
Eine Pfarrerin steht in der Kirche unterhalb der Stufen vor einer anderen Pfarrerin, im Hintergrund Kirchenbesucher zu sehen
Am vergangenen Wochenende wurde Pfarrerin Regina Sorg in der Kirchengemeinde Baiertal-Dielheim formell eingeführt.Foto: LIP

Mit einem festlichen Gottesdienst ist am Sonntag, 20. Juli, Pfarrerin Regina Sorg in der evangelischen Kirche Baiertal offiziell in ihr Amt als Gemeindepfarrerin für Baiertal-Dielheim eingeführt worden. Nach zwei Jahren Probedienst, geprägt von vielen Begegnungen, sagte sie nun ihr feierliches „Ja, mit Gottes Hilfe“ zur neuen Aufgabe. Die offizielle Urkunde, unterzeichnet von der Landesbischöfin, wurde ihr von Dekanin Katharina Treptow-Garben überreicht.

Persönliche Worte und bewegende Erinnerungen

In ihrer Predigt griff Sorg das Lukas-Evangelium auf, in dem Simon trotz einer langen, erfolglosen Nacht auf Jesu Wort hin erneut hinausfährt und einen reichen Fang macht. Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen. Dieser Text wurde zum Bild für ihren eigenen Weg: Auch sie kenne das Gefühl der Erschöpfung. Die Kirche durchläuft einen Wandlungsprozess, der neben der eigentlichen seelsorgerischen Aufgabe viel Kraft erfordert. Doch wie Simon schöpfe auch sie neue Kraft aus dem Vertrauen in Gottes Wort.

Sehr persönlich wurde es, als sie an ihre Mutter erinnerte, die vor zehn Jahren verstarb. „Ich hätte sie heute gerne hier gehabt“, sagte Sorg sichtlich gerührt. „Von ihr habe ich gelernt, was Güte ist.“ Auch ihrem Vater dankte sie, der ihr das Gemeindeleben als selbstverständlich vorlebte und ihr das aufwändige Theologiestudium ermöglichte. Ihre Wurzeln liegen in Rheinland-Pfalz. Über das Studium in Wuppertal und das Hauptstudium in Heidelberg kam sie in die Region.

Musik, Mut und Mitsingen

Kantor Christian Schäfer begleitete den Gottesdienst an der Orgel und leitete den Kirchenchor, der die Gemeinde musikalisch unterstützte. Bei einem der Lieder lud Schäfer augenzwinkernd alle ein, mutig mitzusingen, ob mit ganzer Strophe oder nur im Refrain. So wurden Mut und Hoffnung, zentrale Themen des Tages, auch musikalisch spürbar.

Neue Wege: Die Dienstgruppe Hochhardt

Ein weiterer Höhepunkt war die Segnung der neuen Dienstgruppe Hochhardt, die Dekanin Treptow-Garben vornahm. Die Gruppe ist ein Zusammenschluss von Haupt- und Ehrenamtlichen aus verschiedenen Gemeinden der Region. Ihr Ziel ist es, kirchliches Leben künftig stärker gemeinsam zu gestalten – etwa durch koordinierte Gottesdienste, Projekte und Angebote über Gemeindegrenzen hinweg. Das neue Modell soll eine Antwort auf die Veränderungen in der kirchlichen Landschaft sein und wird in den kommenden Jahren weiter aufgebaut.

In der Region bzw. dem Kooperationsraum Hochhardt sind die evangelischen Kirchengemeinden Baiertal-Dielheim, Schatthausen, St. Leon-Rot, Walldorf und Wiesloch zusammengefasst, wobei die letztere aus den Pfarrgemeinden Paulus und Petrus besteht.

Dank an alle, die mitgestalten

Der Dank an die vielen ehrenamtlich Engagierten zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Gottesdienst. In mehreren Beiträgen wurde ihre Arbeit gewürdigt, verbunden mit der Einladung an alle, sich weiterhin mit Ideen und Tatkraft einzubringen. Auch Bürgermeister Ludwig Sauer betonte, wie wichtig dieses Engagement sei. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Sorg. Wichtige Projekte stünden zum Beispiel bei Projekten in der Kinder- und Seniorenarbeit in den kommenden Jahren an.

Ökumenisches Zeichen und viele Glückwünsche

Auch Vertreter anderer Konfessionen nahmen am Gottesdienst teil. Der katholische Pastoralreferent aus Wiesloch wählte ein humorvolles Bild. Die große Baiertaler Fledermauspopulation nannte „ökumenische Fledermäuse“, die in Baiertal buchstäblich zwischen katholischer und evangelischer Kirche hin und her fliegen – ein Sinnbild für die gewachsene Verbindung beider Kirchen.

Nach dem Gottesdienst wurde auf die „neue Pfarrerin, die eigentlich keine neue mehr ist“ angestoßen und ein Büfett warte vor der Kirche auf die Gottesdienstbesucher. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, und viele Gäste gratulierten persönlich. Sorg war sichtlich bewegt und musste sich beim Empfang immer wieder Tränen der Rührung abwischen.

Besonderes Ereignis im Jahreslauf

Ein besonderer Termin der evangelischen Gemeinden ist die Seetaufe am Sonntag, den 14. September 2025, um 10:30 Uhr am St. Leoner See. Anmeldungen sind noch möglich. (ch)

Blick in den Innensaal der Kirche auf das Kirchenpublikum.
Zur formellen Einführung fand ein festlicher Gottesdienst statt.Foto: LIP
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