STUTTGART, 28.11.2025: In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Infrastruktur hat der Verband Region Stuttgart die Förderung von insgesamt zwölf Projekten im Rahmen der Kofinanzierungsprogramme Wasserstoff und Brennstoffzelle, Internationale Bauausstellung 2027 (IBA’27) sowie Wirtschaft und Tourismus beschlossen. Mit Fördermitteln in der Höhe von 7,6 Millionen Euro werden neue Impulse gesetzt und Ideen für die Zukunfts- und Wettbe-werbsfähigkeit der Region vorangebracht.
Jährlich stellen der Verband Region Stuttgart und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) fünf Millionen Euro für diesen Bereich zur Verfügung. Eine unabhängige Jury wählt anhand unterschiedlicher Kriterien, beispielsweise der Umsetzbarkeit, Machbarkeit und Regionalität, die förderfähigen Projekte aus. Bis zu 50 Prozent der jeweiligen Gesamtkosten können dabei gefördert werden. In der aktuellen Runde werden zwei Projekte mit 5,5 Millio-nen Euro gefördert.
Die Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG möchten gemeinsam mit der Daimler-Truck AG die Brennstoffzellen- und Motorenprüfstände der DaimlerTruck AG in Esslingen-Brühl an die geplante Wasserstoff-Pipeline (H2-GeNeSiS) anbinden. Dafür sollen ein Hausan-schluss mit Gasdruckregelanlage hergestellt, eine Verdichterstation gebaut und ein Speicher-system installiert werden. Das Fördervolumen des Projekts mit der Laufzeit von Januar 2026 bis Juni 2027 beträgt 888.000 Euro. Insgesamt betragen die Kosten für das Projekt 1.847.740 Euro.
Bereits 2022 erhielt das Vorhaben der Hy.Teck GmbH & Co. KG eine Kofinanzierungszusage. Das Projekt beinhaltet den Ausbau einer Wasserstoffproduktionsanlage sowie einer zusätzli-chen Wasserstofftankstelle. Durch die Flächensicherung im Gewerbegebiet Rosenloh hat sich der Baubeginn des Projekts verzögert. Daher stimmt der Verkehrsausschuss einer Verlänge-rung der Projektlaufzeit auf den Zeitraum von Januar 2026 bis August 2028 zu. Das Fördervo-lumen des Projekts in der Höhe von 4.623.967,50 Euro ändert sich nicht.
IBA‘27
Ziel der IBA’27 ist es, mit innovativen Bauprojekten neue Wege für das zukünftige Zusammen-leben, Wohnen und Arbeiten in der Region Stuttgart zu gestalten. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Einsatz von nachhaltigen Baumaterialien und der Wiederverwendung bzw. dem Recycling von Baustoffen Der Verband Region Stuttgart fördert im Zeitraum 2023 bis 2027 mit insgesamt 4,8 Mio. Euro IBA-Projekte, in denen entsprechende Maßnahmen umge-setzt werden. In der letzten von insgesamt vier Förderrunden werden sechs Projekte mit rund einer Million Euro unterstützt.
In der Fellbacher Eppingerstraße realisiert die Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städte-bau ein gemischtes Quartier mit sozialem Wohnungsbau. Insgesamt sind vier Häuser mit drei bis fünf Geschossen geplant, die über zwei Treppenhäuser und Brücken miteinander verbun-den sind. Der Verband kofinanziert den Einsatz einer Holz-Beton-Verbund-Konstruktion der Brücken, die Verwendung von nachhaltigen Materialien im Bau sowie von Recycling- und Re-Use-Produkten aus der Rückbauvorhaben in der Umgebung. Von den 371.703 Euro des ge-samten Projektvolumens übernimmt der Verband Region Stuttgart 148.681 Euro.
„Zukunft Münster 2050“ ist seit 2021 ein offizielles IBA-Projekt, in dem die Baugenossen-schaft Münster am Neckar eG ein gemischtes Stadtquartier mit vielfältigen Wohntypen unter sozialen und nachhaltigen Gesichtspunkten verwirklicht. Mit Unterstützung der Kofinanzie-rung wird eine pilothafte, multifunktionale Dachkonstruktion realisiert, in der u. a. ein umwelt-freundlicher Substrataufbau für die Begrünung zum Einsatz kommt. Zudem wird ein mehrstu-figes Regenwassermanagement, dass auf Rückhaltung, Speicherung und Nutzung von Nieder-schlagswasser ausgelegt ist, gebaut. Auch innovative Baumaterialien sollen im genossen-schaftlichen Wohnungsbau zum Einsatz kommen. Die gesamte Summe des Projekts beträgt 427.210 Euro. Die Fördersumme beläuft sich auf 210.875 Euro.
Zu ihrem 100-jährigen Jubiläum plant die evangelisch-methodistische Kirche in Waiblingen eine grundlegende bauliche Erneuerung ihres Kirchengebäudes. Ziel ist es, den Bestandsbau zukunftsfähig zu transformieren und einen sozialen und ökologischen Ort für die Gemeinde zu schaffen. Die Umgestaltung erfolgt unter ökologischen und nachhaltigen Gesichtspunkten. Darüber hinaus werden rückgebaute Bauteile aufgewertet und wieder eingebaut. Die Gesamt-kosten des Projekts belaufen sich auf 339.110 Euro, wovon die Fördermittel 169.555 Euro be-tragen.
Die Natterer GmbH Bioland Jungpflanzen in Vaihingen an der Enz ist eine auf ökologische Jungpflanzenanzucht spezialisierte Gärtnerei. Aufgrund des Wachstums des Unternehmens ist ein Neubau geplant, in dem Verwaltungs-, Sozial- und Unterbringungsfunktionen für rund 100 Saisonkräfte zusammengeführt werden sollen. Der Neubau wird in modularer Holzbau-weise mit Stroh-Lehm-Außenwänden und recyceltem Material errichtet und integriert Be-standsstrukturen. Beim Innenausbau der Bürogebäude kommen recycelte Materialien zum Einsatz. Der Verband Region Stuttgart fördert das 856.060 Euro umfassende Projekt mit 428.030 Euro.
Das Projekt der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH entwickelt ein neues, sozial gemischtes Stadtquartier mit ökologischen und innovativen Wohnkonzepten. Im Rah-men des Projekts kommen nachhaltige Baumaterialien in der Begegnungsstätte PLUS und der Kindertagestätte im Quartier zum Einsatz. Zudem werden Recycling und Re-Use-Produkte verwendet. Die Stahlüberdachung auf der Gemeinschaftsterrasse wird so entwickelt, dass ein ressourcenschonender Rückbau und Wiedereinsatz möglich ist. Das Gesamtvolumen des Pro-jekts beträgt 182.600 Euro. Das Fördervolumen beträgt 69.680 Euro.
Bei dem seit 2020 bestehenden IBA-Projekt „Quartier am Rotweg“ werden nachhaltige und zukunftsfähige Materiallösungen für die Büros der Baugenossenschaft eG realisiert. Durch den Einsatz natürlicher Baustoffe an Wänden, Decken und Böden sowie der Möblierung wer-den sowohl akustische als auch ökologische Aspekte miteinander verbunden. Die Baugenos-senschaft will dadurch neue Erkenntnisse gewinnen und eine verlässliche Grundlage für den weiteren Einsatz im eigenen Wohnungsbau schaffen. Das 60.452 Euro umfassende Projekt wird mit 30.226 Euro vom Verband Region Stuttgart unterstützt.
Die Vernetzung und die Wettbewerbsfähigkeit in der Region zu stärken sind die grundlegen-den Ziele des Kofinanzierungsprogramms Wirtschaft und Tourismus. Kommunen und kommu-nale Vereinigungen konnten sich seit 2014 mit innovativen und modellhaften Projekten aus den beiden Themenbereichen um Kofinanzierungsmittel der Region von bis zu 50% der Pro-jektkosten bewerben. Bereits 40 Förderprojekte wurden umgesetzt und wirken über den För-derzeitraum von je drei Jahren hinaus. In der aktuellen Kofinanzierungsrunde beträgt die För-dersumme rund eine Million Euro. Vier Projekte erhalten eine Förderung in dieser letzten För-derrunde im bisherigen Format. Im Mai 2025 hat der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung eine Umwandlung des Programms beschlossen.
Mit ihrem Projekt „Founders Forum“ bündeln die Städte Waiblingen, Weinstadt und Winnen-den die Kräfte aus Verwaltung, Wirtschaft, Gesellschaft und potenziellen Gründungswilligen. Eine lebendige Gründergemeinschaft soll aufgebaut, ein Verein gegründet, Veranstaltungen wie „Start-up Nights“ etabliert, Räume und unterstützende Randbedingungen geschaffen wer-den. Dadurch soll ein Umfeld entstehen, das einem der größten Hemmnisse für Innovationen entgegenwirkt: dem oft (zu) langen Weg über den Prototypen-Status bis zur Ausweitung der Produktion in Größenordnungen, mit denen am Markt agiert werden kann. Das Projekt wird mit 32.750 Euro vom Verband Region Stuttgart gefördert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 65.500 Euro.
Digitale Meetings ersetzen zunehmend Reisetätigkeit und führen zu weniger Geschäftsreisen, die in der Region Stuttgart einen Anteil von rund 70% aller Reisen ausmachen. Das Angebot und der Wettbewerb sind deutschland- und weltweit sehr groß. Dabei geht es nicht mehr nur um die Vermietung von Räumlichkeiten, sondern um besondere Erlebnisse, die für die Teilneh-menden einen Mehrwert auf fachlicher und persönlicher Ebene bieten. In diesem herausfor-dernden Umfeld verfolgt das Projekt der Regio Stuttgart Marketing GmbH und der Kreise Böblingen, Esslingen und Rems-Murr-Kreis die Idee, Grundlagen für bedarfsgerechte Mehr-werte und neue Synergien in der Region zu schaffen mit dem Ziel, das Volumen an veranstal-tungsbezogenen Geschäftsreisen in die Region Stuttgart zu steigern. Das Projektvolumen be-trägt 1.079.900 Euro und die Fördersumme 539.950 Euro.
Mit dem Ziel der Schließung von Lücken in der regionalen Gründungs- und Innovationsstruk-tur schafft die Stadt Ludwigsburg Raumangebote mit bedarfsgesteuerter Ausstattung z.B. mit Maschinen für die Erprobung von Produktionsideen auch im größeren Maßstab für Gründun-gen Das Projekt umfasst außerdem die Intensivierung der Vernetzung aller Akteure auch durch Gründung eines Innovations- und Gründungsvereins, sowie die Entwicklung eines dau-erhaften Trägerschafts- und Beteiligungsmodell für die Perspektive über die Anschubfinanzie-rung hinaus. Das insgesamt 533.140 Euro umfassende Projekt wird mit 239.840 Euro geför-dert.
Gemeinsam mit dem bestehenden Netzwerk regionaler Produzenten, möchte die Regio Stutt-gart Marketing- und Tourismus GmbH eine gebündelte Vermarktungsstruktur entwickeln. Durch gemeinsame Vermarktung soll die Wahrnehmung erhöht und ein breites Bewusstsein für die Vorteile vor Ort produzierter Nahrungsmittel geschaffen und nachhaltig implementiert werden. Die Strategie beinhaltet unter anderem die Entwicklung einer Regionalmarke. Außer-dem sollen regionale Produzenten im Haus des Tourismus und an weiteren i-Punkten sichtbar und die Produktion vor Ort erlebbar werden. Das Fördervolumen beträgt 250.000 Euro. Die gesamten Kosten für das Projekt belaufen sich auf 500.000 Euro.