
An Ideen und Themen mangelt es dem Malscher Seniorenrat sicher nicht: Einsamkeit ist ein großes Problem, mit dem sich das Gremium beschäftigt. Ein weiteres Ziel ist die Einrichtung eines Repair-Cafés; auch gemeinsames Kochen und ein Besuchsdienst für Menschen, die nicht so mobil sind, würden die Seniorenräte gerne anbieten.
Der Seniorenrat hat in den vergangenen Jahren schon eine Menge erreicht: Es wurden E-Bike-Trainings speziell für ältere Menschen angeboten, eine Smartphone-Sprechstunde eingerichtet, die Zertifizierung „Seniorenfreundlicher Service“ für Geschäfte und Restaurants eingeführt und vieles mehr. All das leisten die Mitglieder des Seniorenrats ehrenamtlich, teils unterstützt von der Gemeinde und teils von Geschäftsleuten im Ort.
Doch um noch mehr Ideen umzusetzen, bräuchten die derzeit zehn Mitglieder des Gremiums Verstärkung, sagt Marianne Grässer. Sie ist seit der Gründung dabei und inzwischen Vorsitzende des Gremiums.
Eigentlich ist es einfach, Seniorenrat oder -rätin zu werden. Wer Interesse hat, kann sich bei der Gemeinde melden und in eine oder zwei Sitzungen des Seniorenrats hineinschnuppern. Wer sich dann engagieren will, wird vom Bürgermeister für die Dauer von drei Jahren ernannt.
Es können sich Privatpersonen melden oder auch Organisationen, die mit älteren Menschen zu tun haben. Bis zu 15 Mitglieder sollte das Gremium bei seiner Gründung im November 2017 haben, derzeit sind sie zu zehnt. An Organisationen ist die Sozialstation vertreten, alle anderen Mitglieder sind Privatleute.
Ein Wunsch des Seniorenrats ist die Einrichtung eines Repair-Cafés in Malsch. Dafür wird zunächst ein Raum gebraucht, dann sind Fachleute aus dem Ort gefragt, die sich einbringen könnten. Vor allem Elektriker, meint Manfred Huschka, der stellvertretende Vorsitzende. Denn seiner Erfahrung nach werden vor allem defekte Elektrogeräte gebracht. Die Besonderheit des Repair-Cafés: Wer etwas repariert haben möchte, muss selbst dabei sein und nach Möglichkeit auch mithelfen.
Auch in Malsch ist Einsamkeit vor allem bei Seniorinnen und Senioren ein großes Problem, das der Seniorenrat gerne angehen möchte. „Man merkt, dass viele Ältere nicht mehr aus dem Haus kommen, da bräuchte man einen Besuchsdienst“, sagt Marianne Grässer. Und: Man müsse auf die Leute zugehen, denn wer alleine sei, melde sich nicht.
Der Versuch einer Telefonkette wurde wieder aufgegeben, da sei die Hemmschwelle für manche zu hoch gewesen. Schwierig sei es auch, einen Besuchsdienst einzurichten, weil manche den Besuch von fremden Personen ablehnten. Grässer spricht Klartext: „Es gibt welche, die jammern: 'Ich bin so allein.' Aber sie tun nichts dagegen.“ Die Initiative müsse von den Seniorinnen und Senioren kommen.
Um die mobilen Seniorinnen und Senioren macht sich das Gremium weniger Sorgen: Die Gemeinde beispielsweise biete Veranstaltungen wie Ausflüge, Seniorennachmittage oder Besuche auf dem Weihnachtsmarkt an – das sei alles ruckzuck ausgebucht, sagt Marianne Grässer. Auch mit Kaffee und Kuchen bekomme man die Leute an den Tisch. Bei Infoveranstaltungen zur Pflege oder zu KVV-Fahrkarten dagegen komme kaum jemand.
Gemeinsames Kochen war in der Vergangenheit ein erfolgreiches Angebot des Seniorenrats, das auch wieder angeboten werden soll. Dafür werden allerdings Räumlichkeiten gebraucht, derzeit hat der Seniorenrat nichts zur Verfügung. Neu ist das Generationen-Wohnzimmer mittwochs in der Villa Federbach, das ältere und jüngere Menschen zusammenbringen soll.
Auch auf die Geschäftsleute geht der Seniorenrat jetzt wieder zu: Nachdem erfolgreich das Zertifikat „Seniorenfreundlicher Service“ in Malsch eingeführt wurde, ist jetzt nach drei Jahren die Überprüfung fällig. Sind die Räumlichkeiten für Senioren geeignet, gibt es im Handel Sitzmöglichkeiten, gibt es einen Heimservice, haben die Gaststätten Seniorenangebote? Diese und mehr Fragen enthält der Fragebogen, der den Firmen vorgelegt wird. Zu erkennen sind die seniorenfreundlichen Betriebe dann an einem Aufkleber, der meist im Eingangsbereich angebracht wird.
Für viele Dienstleistungen ist inzwischen ein Smartphone erforderlich, manchmal gibt es keine analogen Angebote mehr oder sie sind schwer zu bekommen: das Deutschland-Ticket beispielsweise, KVV-Fahrkarten oder die jährliche Zählerstands-Meldung für Strom, Gas und Wasser. Damit Seniorinnen und Senioren die Technik nutzen können, wurde eine Smartphone-Sprechstunde eingerichtet. Einmal im Monat können alle, die Fragen zur Nutzung ihres Smartphones haben, im Rathaus zur Beratung vorbeikommen.
Um speziell die Angebote für Senioren verschiedener Institutionen in Malsch zu bündeln, werden jetzt Kirchen, Vereine und andere angefragt. Der Seniorenrat hofft, dass genug Rückmeldungen kommen, damit eventuell eine eigene Broschüre entstehen kann. (fri)
Webseite: www.seniorenrat-malsch.de
Telefon: 07246 707-399
Smartphone-Sprechstunde: jeden 1. Mittwoch im Monat, 10-11 Uhr im Rathaus
Generationen-Wohnzimmer" der AWO in der Villa Federbach: mittwochs 15-16 Uhr im Familienzentrum Villa Federbach
