
Die Notärzte der Standorte Asbach, Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken sind im Jahr 2025 insgesamt 3.379-mal durch die Integrierte Leitstelle in Mosbach alarmiert worden. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem deutlichen Rückgang um 1.250 Einsätze oder 28,1 Prozent. Bei durchschnittlich 8,7 Notarzteinsätzen pro Tag im Kreisgebiet entfielen die meisten Fahrten auf den Standort Mosbach: 838-mal wurden die dortigen Notärzte alarmiert, was 2,3 Einsätzen pro Tag entspricht. Im Jahr 2024 waren hier noch 1.176 Alarmierungen.
Während die Notrufe für Ärzte zurückgingen, stiegen die Einsatzzahlen der Rettungswagen weiter stark an. Diese Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr 16.772-mal alarmiert. Nach einem erheblichen Anstieg um knapp zehn Prozent im vorangegangenen Jahr bedeutet dies eine weitere Zunahme um 1.704 Fahrten beziehungsweise 11,3 Prozent. Der DRK-Kreisverband Mosbach stellt dabei die permanente Einsatzbereitschaft der Notarzteinsatzfahrzeuge sowie die personelle Besetzung in Buchen, Hardheim, Mosbach und Osterburken sicher. Zwei Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes sind zudem rund um die Uhr in Mosbach einsatzbereit.
Den Rückgang bei den Notarztalarmierungen erklärt Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, Sprecher der Leitenden Notärzte im Neckar-Odenwald-Kreis, mit der umfangreicheren Qualifikation der Notfallsanitäter. Deren erweiterte Kompetenzen und die damit einhergehende Anpassung der Alarmierungskriterien seien ausschlaggebend. „Für die Versorgung an der Einsatzstelle ist eine gute Zusammenarbeit der Ärztinnen und Ärzte mit den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern, die Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen besetzen, unabdingbar“, so Genzwürker. Hauptgrund für die Alarmierung der Mediziner bleiben unverändert Erkrankungen des Herzens sowie neurologische Probleme und Atemstörungen.
Das jüngst beschlossene neue Rettungsdienstgesetz wird die Helfer künftig vor noch größere Herausforderungen stellen, prognostiziert Guido Wenzel, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Mosbach. Gerade in einem Flächenlandkreis sei die geforderte Hilfsfrist mit den bestehenden Mitteln kaum einzuhalten: „Weitere Vorhalteerweiterungen, also zusätzliche Rettungswachen, könnten nötig werden“, erklärt er. Dies mache mehr Fahrzeuge und vor allem weiteres Personal erforderlich, was „neben der Kostenfrage auch ein Thema des Fachkräftemangels“ sei, so Wenzel.
Landrat Dr. Achim Brötel weiß um die Schwierigkeiten der Notfallversorgung im ländlichen Raum – seinen Dank richtete er an alle, die sich für die medizinische Hilfe einsetzen. Mit Blick auf die Neckar-Odenwald-Kliniken betont Brötel, dass unabhängig von strukturellen Überlegungen die fünf Notarztstandorte zur Sicherstellung der Hilfsfrist erhalten bleiben müssten. Zudem unterstreicht der Landrat die Bedeutung der freiwilligen Helfer: „In zahlreichen Ortschaften stellen ehrenamtliche Hilfskräfte eine wichtige Unterstützung dar – gerade in unserem Flächenlandkreis ein unschätzbares Engagement.“
Die HvO-Gruppen („Helfer vor Ort“) der DRK-Ortsvereine verzeichneten einen deutlichen Anstieg und wurden 3.171-mal zum Einsatz gerufen. Auch die Smartphone-basierte Alarmierung von qualifizierten Helfern über die App „Mobile Retter“ bringt zusätzliche Hilfe. Wichtigstes Glied der Kette bleiben jedoch die Ersthelfer. Kurse für jedermann werden beispielsweise durch die DRK-Kreisverbände Buchen und Mosbach regelmäßig angeboten. (lra/red)