Das neue Halbjahresprogramm des Reutlinger Geschichtsvereins enthält wieder abwechslungsreiche, spannende Vorträge und Ausfahrten zur Landesgeschichte, besonders aber zur regionalen und Stadtgeschichte. Der Verein beteiligt sich auch in diesem Jahr am Gedenken rings um den 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Am 19. Januar spricht zu diesem Anlass Dr. Joachim Hahn über christlichen Antijudaismus und Judenverfolgungen. Der Referent ist ein ausgewiesener Kenner der Materie und verfasste zahlreiche Publikationen zur jüdischen Geschichte und Kultur.
Der Schiedweckenabend am 4. März ist bereits dem großen historischen Datum des Jahres, dem 300. Jahrestag des fatalen Stadtbrands von 1726, gewidmet. Der Bauforscher Tilmann Marstaller wird mit seinem Vortrag „Das Wunder des Wiederaufbaus der vor 300 Jahren abgebrannten Reichsstadt Reutlingen“ in der Stadthalle ein Forschungsprojekt vorstellen. Der Abend ist der Auftakt für ein vielgestaltiges Veranstaltungsprogramm zu diesem Thema.
Das Titelbild des Programms zeigt ein eindrucksvolles mittelalterliches Lehrerporträt. Es verweist indes auf ein anderes, erfreulicheres Jubiläum im neuen Jahr: In einer Urkunde vom 25. Januar 1276 wurde erstmals ein Lateinschullehrer in Reutlingen genannt. Der städtischen Schul- und Bildungsgeschichte widmet sich der Verein deshalb gleich mit zwei Vorträgen. Im Mai spricht Dr. Wilhelm Borth über Reutlinger Schulen und Bildungseinrichtungen im 19. Jahrhundert, im Juni Dr. Wolfgang Mährle aus Stuttgart über die „Reutlinger Lateinschule und das Bildungswesen der süddeutschen Reichsstädte“.
Außerdem kann auf ein besonderes Kooperationsprojekt mit zwei Tübinger Instituten hingewiesen werden. Unter dem Motto „Landesgeschichte im Film“ soll ein breites Publikum für historische Themen im Medium des Spielfilms interessiert werden. Der Auftakt findet am 11. Februar im Reutlinger „Kamino“ mit dem Lebensbild Friedrich Lists („Der unendliche Weg“) statt, einer Produktion aus dem Jahr 1943. Das Besondere: Jeder Film wird von Fachleuten eingeführt. Prof. Larissa Zierow von der ESB Business School Reutlingen und Stadtarchivar Roland Deigendesch sprechen zum List-Film, den Abschluss in Reutlingen macht am 25. Februar der Regisseur des legendären Streifens „Global Player“ Hannes Stöhr zusammen mit Martin Fahling, Außenhandelschef der IHK Reutlingen.
Auch die neue Arbeitsgruppe, die sich mit dem Kulturerbe des Friedhofs Unter den Linden befasst, hält ein Angebot bereit: Am 11. April führt Karin Anne Böttcher zu „verborgenen Schätzen“ auf Reutlingens ältester Grabstätte. Weitere Ausfahrten werden in Kooperation mit der Volkshochschule angeboten und führen unter anderem nach Frankfurt ans Städel und nach Worms.


