
Beim Photovoltaik-Zubau im Jahr 2025 hat der Landkreis Heilbronn mit 182 Megawatt (MW) neu installierter Leistung die Nase vorn und ist damit der erfolgreichste Landkreis in Baden-Württemberg. Es folgen der Landkreis Biberach mit 148 MW und der Neckar-Odenwald-Kreis mit 88 MW. Doch während der Rhein-Neckar-Kreis im Landesvergleich der 44 Stadt- und Landkreise mit 81 MW neu installierter Leistung auf Platz fünf landet, bleibt er bei der Anzahl der PV-Dachanlagen unangefochtener Spitzenreiter. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der Photovoltaik-Liga, auf die das Photovoltaik-Netzwerk Rhein-Neckar und die KLiBA, Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis hinweisen.
Die Rangliste der Photovoltaik-Liga wurde von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) und dem Solar-Cluster Baden-Württemberg erstellt. Als Datengrundlage dienten das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur sowie Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).
Bei den Photovoltaik-Gebäudeanlagen führt der Rhein-Neckar-Kreis mit 68 MW neu installierter Leistung, dicht gefolgt vom Landkreis Karlsruhe mit 67 MW und dem Ortenaukreis mit 66 MW. Der Ostalbkreis (54 MW) und der Landkreis Heilbronn (53 MW) belegen die Plätze vier und fünf. Insgesamt wurden in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr 132.000 neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2.060 MW errichtet – das zweitbeste Jahr bislang beim Photovoltaik-Zubau.
Die Spitzenplätze beim Gesamtzubau verdanken die Landkreise Heilbronn (128 MW) und Biberach (101 MW) vor allem großen neuen Solarparks. Auch im Neckar-Odenwald-Kreis (63 MW) spielte die Freiflächen-Photovoltaik eine entscheidende Rolle. Im Fall Rhein-Neckar-Kreis und im Ostalbkreis war dagegen der Zubau auf Gebäuden höher als bei Freiflächenanlagen.
Ein besonderer Trend sind Balkonsolaranlagen, auch Steckersolaranlagen genannt: Im Rhein-Neckar-Kreis wurden 2025 insgesamt 3.134 dieser Mini-PV-Anlagen mit einer Leistung von 3,7 MW installiert – das entspricht 4,6 Prozent des gesamten Zubaus im Landkreis. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus, da nicht alle Anlagen angemeldet werden.
Ein gelungenes Beispiel für die private Nutzung von Photovoltaik ist die Anlage der Familie Neumann in Sandhausen. Ergänzend zu einer bereits vorhandenen PV-Anlage wurde eine weitere auf dem Nord-Dach mit einer Neigung von 29 Grad installiert. Beide Anlagen zusammen erzeugen jährlich circa 13.200 Kilowattstunden und versorgen fast das gesamte Haus mit Solarstrom – inklusive zwei Luft-Luft-Wärmepumpen, einer Brauchwasserwärmepumpe, eines Elektroautos und des normalen Haushaltsstroms.
Das Photovoltaik-Netzwerk Rhein-Neckar, das bei der KLiBA angesiedelt und vom Umweltministerium Baden-Württemberg finanziell gefördert wird, unterstützt Kommunen in der Region bei der Umsetzung lokaler Photovoltaik-Kampagnen. Im Rahmen dieser Kampagnen informieren die Fachleute Bürgerinnen und Bürger über die Möglichkeiten, den Nutzen und die Kosten der Solarstromerzeugung.
Das Photovoltaik-Team der KLiBA, Silvia Böse und Dominik Kolmann, steht Ihnen gerne beratend zur Seite! E-Mail: pv@kliba-heideberg.de, Fon 06221 99875-36/ -17.
Alle Ergebnisse sind auf der Website des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg zu finden: www.photovoltaik-bw.de/themen/photovoltaik-liga. Die monatlich aktualisierten Photovoltaik-Ausbau-Daten der Landkreise sind vollständig im Photovoltaik-Dashboard der LUBW abgebildet.
Das Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg soll den Solarstromausbau im Südwesten vorantreiben. In den zwölf Regionen des Landes richten sich regionale Netzwerke an Kommunen, Unternehmen, Landwirtinnen und Landwirte, Umweltschutzverbände, Bürgerinnen und Bürger und weitere Institutionen. Mit Beratung, Informations- und Fachveranstaltungen, Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie Öffentlichkeitsarbeit sollen die Vorteile der Nutzung von Solaranlagen gezeigt werden.
Landesweit koordiniert wird das Netzwerk von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg und dem Solar-Cluster Baden-Württemberg. Die zwölf regionalen Netzwerke werden von Akteuren vor Ort organisiert, insbesondere von Energie- und Klimaschutzagenturen. Das Photovoltaik-Netzwerk BW wird gefördert vom Umweltministerium Baden-Württemberg.
Regionale Ansprechpersonen stehen unter: www.photovoltaik-bw.de


