Die künftige Straßenführung am Festplatz bleibt weiterhin offen. Der Gemeinderat entschied sich gegen die endgültige Verlegung der Ringstraße über den Festplatz und stattdessen für ein Provisorium: Die alte Straße, die auf dem Platz noch erkennbar ist, wird probehalber wieder genutzt.
Die künftige Nutzung des Festplatzes für den Schulneubau, für die neue Feuerwehr-Fahrzeughalle und für Parkplätze erfordert ein neues Verkehrskonzept. In seiner April-Sitzung hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die sogenannte Variante IV – die Straßenführung über den Festplatz – weiterzuentwickeln. Dieser Vorschlag wurde nun mit knapper Stimmenmehrheit von CDU, FDP, Bernd Wolf (parteilos) und Axel Goerke (SPD) abgelehnt.
Stattdessen stimmten WBB, SPD, GL und Bürgermeister Bänziger – ebenfalls nur mit einer Stimme Mehrheit –für den Vorschlag von Sonja Güntner (Grüne Liste): Anstelle einer endgültigen Verlegung der Ringstraße wird der Verkehr nun über die alte Straße auf dem Festplatz geleitet, solange die neue Feuerwehr-Halle noch nicht steht. Hierfür muss ein fehlendes Stück Asphalt ergänzt werden. Damit solle die neue Straßenführung ausprobiert werden, so Güntner.
Zuvor war die gesamte Konzeption für den Festplatz wieder in Frage gestellt worden. Vor allem CDU- und FDP-Fraktion störten sich an den Kosten von voraussichtlich einer halben Million Euro für die Verlegung der Ringstraße. Dr. Andrea Friebel (CDU) warnte, dass es eine Verlagerung der Verkehrsflüsse und entsprechend Anwohner-Proteste geben werde.
Heinz Hüttner (FDP) brachte einen neuen Standort für die Feuerwehr ins Spiel. Er schlug vor, „dringend noch einmal alles zu überdenken“. Er gab auch zu bedenken, dass bei großen Veranstaltungen der Feuerwehr viel Platz benötigt werde, der künftig auf dem Festplatz nicht mehr so vorhanden sei.
Eine Variante konnte – auch mit Dr. Frank Gericke von Modus Consult – nicht geklärt werden: die mögliche Führung der Ringstraße um den Festplatz herum. Sowohl Wolfgang Wehowsky (SPD) als auch Heinz Hüttner (FDP) hatten hier um klare Aussagen gebeten, ob die Verkehrsführung möglich wäre. Modus Consult hatte Bedenken wegen des weiteren Straßenverlaufs über die Mozartstraße geäußert, diese Variante aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Sollte die Ringstraße künftig über den Festplatz verlaufen – zwischen Schule auf der einen Seite und Feuerwehrhalle sowie Parkplätzen für die Mineralix-Arena auf der anderen Seite – müsste auch hier der Schulweg gesichert werden. Doch wie und wo die Kinder und Jugendlichen die Ringstraße überqueren sollen, hängt wiederum davon ab, wo sich der Haupteingang der neuen Schule befinden wird.
Ein sicherer Schulweg sei derzeit nicht möglich, betonte Sonja Güntner. Die gefährliche Kreuzung Kanalstraße/Ringstraße soll daher auf jeden Fall „entschärft“ werden. In diesem Bereich gebe es viele Beinahe-Unfälle, sagte Bürgermeister Eric Bänziger auf Nachfrage, ob die Kreuzung denn ein Unfall-Schwerpunkt sei. (fri)
