Am 13. März hatten wir zum Freitagstreff gleichzeitig einen sehr spannenden Vortragsabend mit dem Pomologen Matthias Braun. Er erzählte uns zuerst über die alte Apfelsorte Luike, die ursprünglich über ganz Württemberg verbreitet war. Aber auch über andere Sorten wusste er, spannendes zu berichten. Braun geht es hauptsächlich um den Erhalt dieser alten Sorten und so ist er stets auf der Suche nach Standorten dieser Methusalem-Bäume, die teilweise weit über 100 Jahre alt sind und nicht selten einen Stammumfang von weit über zwei Metern erreichen können. Wenn er einen verdächtigen Apfelbaum findet (Merkmale: Äste, die sich nach unten biegen; Blüte Anfang Mai), lässt er sie genetisch untersuchen, was manchmal zu überraschenden Ergebnissen führt. Er schneidet einjährige Triebe oder Edelreis. Diese werden auf geeignete Unterlagen transplantiert. So können diese alten Sorten erhalten bleiben. Da sie viele Jahrzehnte überlebten, Kälte, Hitze und Trockenheit widerstanden, werden sie bei der zunehmenden Klimaerwärmung für den Obstbau wieder interessant.
Der zweite Teil war ein Bildervortrag über diese Bäume. Dabei zeigte sich, dass neben einigen Nachbargemeinden mit Obstbäumen auch Weissach mehrere Standorte aufweisen kann, ja geradezu ein „Hotspot“ ist, wie es Braun ausdrückte. Je nach Standort der Bäume gibt Braun den Bäumen einen Arbeitstitel. So spricht er z. B. von der „Porsche-Luike“ (Standort in der Nähe des Porsche-Entwicklungszentrums) oder „Kapfenhart-Luike“ (Standort auf dem Gelände der ehem. Burg Kapfenhart).
Natürlich durfte bei so viel Theorie auch eine Verkostung nicht fehlen. Braun hatte sowohl einen hervorragenden Saft der Karcherbirne dabei als auch feine sortenreine Brände von verschiedenen Apfel- und Birnensorten. Alle waren sich einig, dass es ein spannender und überaus interessanter Vortragsabend war.


