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Fastnacht & Fasching

Rückblick auf die närrische Session

„Fünfte Jahreszeit“ trieb viele Blüten Die Fastnacht gehört seit jeher zum Brauchtum der Region. Und einmal mehr wussten die Fastnachter der Vereine...
Kostümierte Elferräte, Garden und weitere Aktive der KG Neckario Neckarelz mit dem Dreigestirn aus Neck und Nixen in Aufstellung nach dem Einmarsch auf die Bühne in der Pattberghalle Neckarelz. Im Hintergrund ist das große Bühnenbanner der KG Neckario zu sehen.
Zum Start der Neckario-Prunksitzung versammelten sich die Aktiven zur Ansprache des Necks auf der Bühne.Foto: frh

„Fünfte Jahreszeit“ trieb viele Blüten

Die Fastnacht gehört seit jeher zum Brauchtum der Region. Und einmal mehr wussten die Fastnachter der Vereine im gesamten Stadtgebiet mit kreativen Ideen und viel Engagement zu überzeugen. Traditionell ist es aber auch die Zeit, in der aktuelle gesellschaftliche wie politische Entwicklungen ohne „Blatt vor dem Mund“ angesprochen und aufs Korn genommen werden.

Den Auftakt der Prunksitzungen machte diesmal ein Jubiläum in Sattelbach.

22 Jahre Ratze

Eine besondere Fastnachtskampagne durften die Sattelbacher Ratze feiern. Auf 22 närrische Jahre seines Bestehen konnte der Verein im Mosbacher Außenstadtteil dabei zurückblicken. Deshalb sollte die Prunksitzung – die als eine der frühesten in der Umgebung bereits am 24.01. gefeiert wurde – in diesem Jahr besonders „prunkvoll“ ausfallen. Das Bürgerzentrum Sattelbach war bis zum letzten Platz gefüllt und die Stimmung bestens. Unter den Gästen fanden sich zahlreiche Abordnungen befreundeter Fastnachtsvereine aus der Region, die den Sattelbacher Ratzen ihre herzlichen Glückwünsche zum Jubiläum auf unterschiedlichste närrische Weise überbrachten.
Und auch Oberbürgermeister Julian Stipp ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu mehr als zwei Jahrzehnten gelungener Brauchtumspflege in der Fastnacht zu gratulieren. In seiner Büttenrede ging er nicht nur auf das Mosbacher Stadtgeschehen ein – er blickte dabei nicht zuletzt humorvoll auf die Geschehnisse und Entwicklungen des vergangenen Jahres im „Streudorf“ Sattelbach. Dass Ortsvorsteher und Stadtrat Arno Flicker beim Heimspiel-Songwettbewerb den letzten Platz belegt hatte, wollte Stipp gerne in besseres Licht zurechtrücken. Und so erschallte direkt das Badnerlied – sowohl von Flicker mit Unterstützung des Rathauschefs auf der Bühne interpretiert, als auch vom närrischen Publikum im Saal.

Ratze-Präsident Rainer Schwaderer nutzte die Gelegenheit, um dem OB nicht nur zum Stadtjubiläum zu gratulieren, sondern auch gleich die „närrische Renovierung“ des historischen Rathauses anzukündigen. Beide Stadtvertreter wurden dafür direkt mit Bauhelmen ausgestattet.
Bei viel Musik, bunten Tänzen und kurierten Büttenvorträgen hielt die ausgelassene Stimmung im Saal noch bis spät in die Nacht an. Über alle Generationen hinweg wurde gemeinsam gefeiert. Die Jüngsten des Abends waren die Tänzerinnen der eigenen Jugendgarde „Ratze Küken“, die einen fröhlich beschwingten Auftritt hinlegten. Direkt im Anschluss zeigte die Juniorengarde der Ratze ihr Können. Tanzmariechen Anne Fuhrig feierte derweil – entsprechend der geltenden Tanzsportregeln – ihren Abschied aus der Altersgruppe der Junioren.
Unterstützt wurde das Bühnenprogramm von zahlreichen Gastbeiträgen, darunter Auftritte der „Binemer Weffze“ aus Binau, der KG Neckario Neckarelz, der „Wulle Wack“ aus Limbach, der „Götzianer Heddebör“ aus Hettingenbeuren, der Breitenbronner „Lumpen“, des FV Freibier Sulzbach, der „Hausemer Windbeutel“ aus Aglasterhausen, des Gundelsheimer Carneval Verein, der „Heeschter Berkediebe“ aus Hainstadt, der „Hordemer Wölf“ aus Hardheim, des FC Asbach und der Gymnastikgruppe Sattelbach.

Der große Höhepunkt war einmal mehr die Ratze-Schautanzgruppe „Rat Pack“, die mit ihrem Motto „Welcome to Fabulous 22“ in die Welt der Showgirls von Las Vegas entführten. Und nicht fehlen durfte dabei auch der Elferrat, der sich unter tosendem Applaus mit zum Schautanz gesellte.

KG Neckario

Der an Mitgliedern stärkste Fastnachtsverein im Stadtgebiet von Mosbach ist die Karnevalsgesellschaft (KG) Neckario aus Neckarelz. Wie jedes Jahr hatte man auch diesmal zur Prunksitzung mit anschließender Party, bei welcher die lokale Band „Plug'n'Play“ aufspielte, bis in die späten Nachtstunden in die Pattberghalle eingeladen (07.02.).
Vor den dicht gefüllten Tischreihen begrüßte Neckario-Präsidentin Pia von Hülsen die gekommene Narrenschar. Unmittelbar zuvor war das Neckarelzer Dreigestirn des Wassermanns „Neck“ (Jennifer Bartz) mit den beiden Nixen (Kim Baumgärtner und Ines Neser) und Kinder-Neck (Nora Klaus) bei stimmungsvollen Rhythmen und „Ahoi“-Rufen empfangen worden.
Auftritte der verschiedenen Tanzgarden der heimischen Neckario – von der Mini- über die Junioren bis hin zur „großen“ Neckgarde – sorgten für Stimmung im Saal. Gastauftritte von Schautanzgruppen aus der Umgebung sorgten für närrische Vielfalt. Von der Mosbacher Show-Turngruppe „Exotica“ gab es die gewohnt faszinierenden Hebefiguren und Akrobatik auf Profi-Niveau zu sehen.
Büttenreden nahmen allerlei Lokalgeschehnisse ins Visier. Als „Protokoller“ blendete Karlheinz Kunert angesichts des Mosbacher Stadtjubiläums zurück auf „51 Jahre Zwangseingemeindung“ von Neckarelz. Narrenring-Vorstand Martin Husfeldt arbeitete sich an dem neuen Logo von Mosbach ab, welches Kunert zuvor als „Arsch mit Headset“ beschrieben hatte. Oberbürgermeister Julian Stipp höchstselbst übertrug Husfeldt die Aufgabe, als Maskottchen für die „Stadt Mausbach“ zu werben.

Der OB hatte zudem eine eigene Büttenrede mitgebracht, die er pointiert dafür nutzte, um die Bedeutung des Klinikums zu untermauern: „Gesundheit ist für alle da, nicht nur für Buchener Huddelbätze!“ Auf die Urlaubszeit mit allerhand humoristischen Hindernissen stimmte „Oma Bartz“ (alias Jennifer Bartz) ein. Trefflich stellte sie fest: „Von der Oma kann man immer was lernen!“
Gekonnte Auftritte steuerten die Tanzmariechen Lara-Marie Franjic und Mirija Reichert bei. Ebenso heizten die Guggemusiker der „Binemer Schnoogebadscher“ sowie die Frauen- und Männerschautanzgruppen der KG Neckario dem Publikum zu später Stunde ordentlich ein.

Kolpingfastnacht

Den krönenden Abschluss der Mosbacher Saalfastnacht machten schließlich die „Kiwwelschisser“ mit ihrer „Echt Mosbacher Fassenacht“ in der Alten Mälzerei. Eröffnet von der Stadtmauergarde der Kolpingfamilie nahm das Bühnenprogramm Jung und Alt mit auf eine humorvolle Reise. Den gelungenen tänzerischen Auftakt für den etwas anderen Fastnachtsabend bot die Mini-Garde von St. Cäcilia.
Auch die Tanzgruppen der FG Fideler Aff aus Walldürn, des FV Freibier Sulzbach, der KG Neckario Neckarelz und schließlich die Showturngruppe „Exotica“ unterstützten das Programm mit imposanten Kostümen, flotten Tänzen und anspruchsvoller Akrobatik.
Ein gewisses Alleinstellungsmerkmal der Mosbacher Fastnachtssitzung ist allerdings die Menge an Redebeiträgen. Und deren Reigen durfte der Kommandant der Stadtmauergarde, Florian Zorn, mit seiner Proklamation eröffnen: „Mosbach ist jetzt so alt, dass selbst die Stadtmauer über Rückenschmerzen klagt“, witzelte er. Die Themen, die Mosbach im vergangenen wie in diesem Jahr auftreten, wurden allesamt in Witz und Frohsinn während den Bütten des Abends erzählt.

Ob nun das Stadtjubiläum, die Empörung über die Zukunft des Krankenhauses oder auch der Stadtkasse, wie „Stadtkümmerererin“ Roswitha Scherer-Gehrig beschrieb – hier wurde klassisch fastnachtlich der Obrigkeit den Spiegel vorgehalten. Auch Christina Kessler wurde für ihre Bütt mit einem riesigen Applaus belohnt. Eine Überraschung war der Redebeitrag von Dr. Andreas Hildebrand, Geschäftsführer der IHK Rhein-Neckar, der sich erstmalig in der hiesigen Fastnacht mit einem eigenen Programmpunkt beteiligte. Als Suttgarter „Stäffelesrutscher“ zog er gewiefte Vergleiche zwischen der Großstadt und Mosbach, zwischen Schwaben und Baden.

Für die stimmungsvolle Abrundung des Abends sorgten die musikalischen Beiträge. Neben der Guggemussik „Schnoogebadscher“ aus Binau, die jeden Saal in Fahrt bringen, war das Highlight der Veranstaltung einmal mehr die Lokalmatadoren der „Kandelschiffer“, bestehend aus Alexander Straus, Dominik Straus, Erik Burger und Michael Hitzelberger. Mit ihren musikalischen Beiträgen und umgetexteten Liedern zu bekannten Melodien richteten sie noch einmal den Blick auf die Geschehnisse in Mosbach und der Welt.
Und auch, nachdem sich Moderatoren Alexander Straus und Florian Zorn mit dreifachem „Mosbach Ahoi!“ und „Kiwwele, Kiweele Hoi-Hoi-Hoi!“ verabschiedet hatten, war der Abend noch lange nicht vorbei. Es dauerte nicht lange, bis die Bühne von Tänzern gestürmt wurde, die zur Musik von Alleinunterhalter Ralf Siegel noch lange feierten.

Keetzhocker

Einen Kinderfasching in der Odenwaldhalle mit umfänglichem Programm stellten die „Keetzhocker“ aus Lohrbach auf die Beine, die als langjährige Verbindung mehrerer örtlicher Vereine auf Projektbasis agieren. Mittelpunkt der Fastnacht im Außenstadtteil ist aber selbstredend der traditionelle Nachtumzug, zu dem einmal mehr Tausende von Besuchern aus der gesamten Umgebung nach Lohrbach pilgerten. Zu sehen gab es – trotz zeitweiligem Regen – bei der nächtlichen Atmosphäre eindrucksvolle Motivwägen und im Anschluss eine rauschende Party in der Odenwaldhalle.

Vorfreude

Zu Ende ging die diesjährige Fastnachtssession traditionell am Aschermittwoch (18.02.). Bei der KG Neckario kamen die Aktiven zum Heringsessen zusammen, während gleichzeitig schon ein wenig Vorfreude auf die außerhalb der Karnevalssaison stattfindende „Schautanz Gaudi“ am 14.03. in der Pattberghalle geweckt wurde. Und die nächste Kampagne beginnt schließlich „schon“ am 11.11., wenn das zeitlos faszinierende, die Generationen verbindende Brauchtum der Fastnacht in die nächste Runde geht. (pvh/frh)

Erscheinung
Stadtanzeiger Mosbach
Ausgabe 08/2026
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
18.02.2026
Orte
Mosbach
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