Wie jedes Jahr hat der Albverein Gemmrigheim auch in diesem Herbst den gesamten Nistkastenbestand auf der Gemarkung Gemmrigheim gereinigt und kontrolliert. Mit rund 100 Nistkästen leisten die Ehrenamtlichen einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz und zur Förderung der Artenvielfalt in unserer dicht besiedelten Umgebung.
Die Pflege und die Erneuerung des Nistkastenbestandes stand, wie in den Vorjahren, im Mittelpunkt. Dabei lag ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Erneuerung der in die Jahre gekommenen Nistkästen.
Damit der aktuelle Bestand stabil bleibt und weiterhin genutzt werden kann, müssen jährlich mindestens fünf Kästen ersetzt werden. Eine Erweiterung des Bestandes ist auch denkbar, setzt aber die Unterstützung durch Sponsoren und weiteren Helfern voraus.
Um die Belegung und die Artenvielfalt besser beurteilen zu können, kommt uns nun die systematische Nummerierung der Nistkastenplätze zugute. Man erhält nun einen genauen Überblick der Belegung und auch die Veränderungen über die Jahre für die betreuten Bereiche. Was man in diesem Jahr beobachten konnte, war ein Rückgang der Belegung um ca. 20 % zum Vorjahr. Es gab Bereiche, die eine stabile Belegung hatten, aber diese konnten den Rückgang nicht kompensieren. Die Gründe sind vielschichtig, und eine mögliche Maßnahme wäre das Ausbauen der erfolgreichen Bereiche und das Erschließen von neuen.
Man konnte auch in diesem Jahr wieder beobachten, dass die Kästen nicht nur als Brutstätte für Vögeln dienen. Auch Hornissen, Haselmäuse und Siebenschläfer nutzen sie als Nester oder Vorratslager – ein eindrucksvoller Beleg für die ökologische Bedeutung dieser Maßnahmen.
Besorgniserregend ist die zunehmende Vermüllung im Umfeld von Gemmrigheim. Trotz aufgestellter Abfalleimer und regelmäßiger Leerung prägen leere Flaschen und Fastfood-Verpackungen das Landschaftsbild. Diese Entwicklung gefährdet die Natur und mindert die Freude an den Pflegeeinsätzen. Als weiteres gab es in diesem Jahr auch einen Schwund von Nistkästen.
Der Erfolg der Brutsaison ist nur durch das Engagement vieler Ehrenamtlicher möglich. Ein besonderer Dank gilt Klaus Thiele und Reiner Seiz, die die diesjährige Aktion tatkräftig durchgeführt haben.
Der Albverein Gemmrigheim wird auch in den kommenden Jahren den Bestand pflegen und erneuern – und hofft auf weitere Unterstützung, um den Nistkastenbestand vielleicht sogar zu erweitern. Denn jede zusätzliche Bruthöhle ist ein Gewinn für die Artenvielfalt.
Reiner Seiz