
Der KSV Ketsch wird in der kommenden Saison nicht mehr in der Ringer-Bundesliga antreten. Trotz vieler verletzt ausgefallener Leistungsträger hat man zwar den Klassenerhalt geschafft, allerdings sieht sich der Verein gezwungen, den Rückzug aus der Bundesliga zu erklären. Grund dafür ist eine Entscheidung des Deutschen Ringer Bundes, der die 1. und 2. Bundesliga zusammengelegt und die Anzahl der zulässigen Mannschaftspunkte auf 22 reduziert hat. „Wir haben im Gegensatz zu anderen Mannschaften keine Bonuspunkte. Schon in der vergangenen Saison war es mit 25 Mannschaftspunkten für uns extrem schwierig, überhaupt einen konkurrenzfähigen Zweitliga-Kader zusammenzustellen“, erklärt Özkan Bas, 1. Vorsitzender des KSV Ketsch. Durch die weitere Reduzierung auf 22 Mannschaftspunkte sowie die Vereinigung der beiden Bundesligen sei es für den Verein nun unmöglich geworden, künftig eine wettbewerbsfähige Bundesligamannschaft zu stellen. Ein wesentlicher Faktor sei dabei auch der finanzielle Aufwand, den einige Bundesligavereine betreiben. „Wir hätten gegen Mannschaften antreten müssen, deren Etat den unseren um ein Vielfaches übersteigt“, so Bas weiter. Der Verein habe sich daher bewusst dazu entschieden, künftig wieder stärker auf vereinseigene Sportler zu setzen und seine jungen Nachwuchstalente schrittweise an die erste Mannschaft heranzuführen. Der Rückzug aus der Bundesliga hat allerdings auch Konsequenzen: Der KSV Ketsch muss eine Strafzahlung in Höhe von 4.000 Euro an den Deutschen Ringer Bund leisten und wird für die kommende Saison zwei Klassen tiefer in die Oberliga Nordbaden zurückgestuft. Dort trifft er auf altbekannte Gegner wie Ladenburg, Ziegelhausen, Falken Bergstraße, Ispringen, Weingarten II und Reilingen II, wobei die Heimkämpfe wieder in der Rathaushalle ausgetragen werden. „Die Oberliga hat in den letzten Jahren enorm an ringerischer Qualität gewonnen und wir dürfen uns auf sehr spannende Begegnungen freuen. Vor allem die Lokalderbys werden viele Zuschauer anziehen – auch vonseiten der Gastmannschaften“, blickt Özkan Bas optimistisch auf die kommende Saison.