
Nur der stetige Einsatz von Spenderinnen und Spendern macht lebensnotwendige Bluttransfusionen möglich. Deren Zahl nimmt Demografie bedingt seit Jahren kontinuierlich ab. Laut DRK-Informationen, die kürzlich veröffentlicht wurden, liegt das durchschnittliche Spender-Alter in Baden-Württemberg zwischen 45 und 46 Jahren. Rund 27 Prozent aller Blutspenden kommen von den 55- bis 65-Jährigen. Ein Höchstalter, das früher bei 70 Jahren lag, gibt es inzwischen nicht mehr. Wer sich gesund und fit fühlt, kann auch im hohen Alter noch spenden.
Am vergangenen Freitag gab es beim DRK-Ortsverein Bad Schönborn die Möglichkeit, in der Ohrenberghalle Blut zu spenden. Gerade bei der derzeitigen Grippewelle kommt es auf jeden Spender an. Obwohl nicht alle Termine im Voraus reserviert waren, kamen insgesamt 138 Spender. „129 davon waren Mehrfachspender. Neun kamen zum ersten Mal“, meldete der DRK-Vorsitzende Christoph Sieberg am Abend. Die Zahl der Spender sei erfreulich konstant. Zur Stärkung nach der Spende reichte das DRK-Team eine deftige Gulaschsuppe. Gewinn machen darf der Verein, der als Ortsverein Mingolsheim gegründet wurde und 2023 das 110-jährige Bestehen feierte, bei einem Blutspendetermin nicht.
470 Einsätze, bei denen 17 Mal reanimiert werden musste, verzeichnete die Notfallhilfe im arbeitsreichen Jahr 2024. Dabei wird auf kurze Reaktionszeit und effektive Hilfe gesetzt. Jeder, der schon einmal die Rettung gerufen hat, weiß, dass einem Minuten wie Stunden vorkommen können, bis Hilfe da ist, und die rein ehrenamtlich arbeitende Notfallhilfe ist meist zuerst vor Ort. Derzeit schlägt die Debatte um die Digitalfunkgeräte hohe Wellen, die zwar vom Land gefordert werden, aber von den Helfern selbst bezahlt werden müssen. „Das ist auch bei uns so“, erklärte der stellvertretende Bereitschaftsleiter Jürgen Wagner, der mit einem E-Roller zu seinem Einsatz bei dem Blutspendetermin vorgefahren ist, welcher vom Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg e.V. (ASB) gestellt wird. „Die Vorgaben vom Land werden immer mehr und natürlich ist es das A und O, dass wir alarmiert werden können“, sagt Wagner, „6 Geräte sollen wir in den Fahrzeugen haben. Unsere Funkgeräte haben wir schon frühzeitig angeschafft, inzwischen sind sie fast doppelt so teuer.“ Wer sich nun fragt, wie die Notfallhilfe sich finanziert und wie er helfen kann: „Am meisten hilft uns die Mitgliedschaft im Förderverein“, sagt er.
„Ein spezielles Spendenkonto haben wir nicht eingerichtet“, meint Sieberg. Eine gute Gelegenheit, Mitglied im Förderverein zu werden, sei allerdings immer die Mitgliederwerbung, die bald wieder an den Haustüren durchgeführt wird, betont er. Neben der Gewissheit, etwas Gutes direkt für den Ort und den Landkreis zu tun, kann man den Beitrag natürlich als Spende von der Steuer absetzen und die Mitgliedschaft bringt auch Vorteile, wie einen weltweiten Rückholschutz.
Die DRK-Dienste sind im Bereich Jugendarbeit und Schulsanitärdienst tätig, leisten Sanitärdienst bei Veranstaltungen und sind im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz aktiv. Das Werbeteam ist an der Kleidung mit dem Emblem des Deutschen Roten Kreuzes erkennbar und kann sich durch einen Ausweis legitimieren. Geldspenden können nicht entgegengenommen werden. Da es leider immer wieder Betrüger gibt, die die Aktionen als Trittbrettfahrer nutzen, ist es wichtig zu wissen, dass nicht nach Bargeldspenden gefragt wird. Infos erhält man unter www.drk-karlsruhe.de oder telefonisch unter 07251 922189. (cm)