Sanieren in Wohnungseigentümergemeinschaften leicht gemacht
In vielen Wohnanlagen steckt enormes Potenzial zur Energieeinsparung. Für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) ist die Umsetzung jedoch oft komplex: Mehrere Eigentümerinnen und Eigentümer müssen sich auf Maßnahmen und Zeitpläne einigen, technische Fragen klären und rechtliche Rahmenbedingungen beachten. Das kann abschreckend wirken – muss es aber nicht.
Erster Schritt: anbieterunabhängige Beratung
Gerade wenn die Aufgaben groß erscheinen, hilft eine Initialberatung. Sie zeigt, wo die größten Schwachstellen liegen, welche Maßnahmen sinnvoll kombiniert werden können und welche Förderungen verfügbar sind. So wird aus einer komplexen Aufgabe ein klarer Plan – und der Einstieg fällt leichter. Auch ein Vortrag auf der Wohnungseigentümerversammlung durch eine neutrale Person außerhalb der Gruppe kann hilfreich sein. Mehr Infos unter:
verbraucherzentrale-energieberatung.de/energieberatung-fuer-wohnungseigentuemergemeinschaften/.
Gebäudehülle vor Heizungsanlage
Bevor über den Austausch der Heizungsanlage entschieden wird, lohnt sich der Blick auf die Gebäudehülle. „Dämmung, Fenster, Türen – hier liegt der Schlüssel für eine nachhaltige Sanierung“, erklärt Manuel Becker, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Eine gute Dämmung reduziert Wärmeverluste erheblich und senkt Heizkosten. Sie sorgt zudem für angenehmere Temperaturen im Sommer wie im Winter, steigert den Immobilienwert und verbessert den Schallschutz. Ganz entscheidend ist, dass nach der Sanierung der Gebäudehülle die Heizlast sinkt und damit eine kleinere Heizung mit geringerer Leistung eingebaut werden kann. Das wirkt sich positiv auf Betriebs- und Investitionskosten aus.
Viel Wärmeverlust bei Fenstern, Türen und Außenwänden
Kleine Schwachstellen mit großer Wirkung: Undichte Fenster und Türen verursachen bis zu 20 Prozent Wärmeverlust. Und auch die Fassaden verursachen bis zu 30 Prozent Wärmeverlust. Ein Tausch von Fenstern und Türen kann als Einzelmaßnahme vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert werden, ebenso wie die Dämmung der Außenwände.
Erneuerbare Energien mitdenken
Solarthermie, Photovoltaik und Batteriespeicher können ebenfalls Teil des Sanierungskonzepts sein. Selbst erzeugter Strom ist oft günstiger als Netzstrom und steigert die Unabhängigkeit von Preisen der Stromanbieter.
Förderung nutzen
Für nahezu jede Maßnahme gibt es Förderungen oder Zuschüsse. Die größte Herausforderung bleibt jedoch die energetische Sanierung Schritt für Schritt zu planen und gemeinsam umzusetzen. Unabhängige Beratung unterstützt WEG bei der Planung und Umsetzung – von der Dämmung bis zur Haustechnik.
Anmeldung und weiterführende Tipps
Verbraucherzentrale hilft
Fragen zum Thema energetisches Sanieren im Wohneigentum beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit ihrem umfangreichen Angebot. Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800/809802400 sowie in unseren Vorträgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.


