Im Sanierungsgebiet Herzogstraße /Schlossplatz ist Bewegung drin: Mehrere Objekte sind in einer intensiven Bauphase. Bei einem Rundgang informierten OB Matthias Steffan, Amtsleiter für Stadtentwicklung Wolfgang Leberecht, Architekt Fermin Gomez, Sachgebietsleiter im Amt für Stadtentwicklung und Klimaschutz Ramon Eck sowie Prokurist Laurin Schulze über den derzeitigen Stand der Lage.
„Hier haben wir uns ein paar Überraschungen eingefangen. Eine Treppe war beispielsweise nur mit einer Spanplatte verschlossen“, berichtet Architekt Fermin Gomez beim Rundgang durch die Mannheimer Straße 24. Zudem wurde ein Wasserschaden entdeckt, der bei den Bauarbeiten mit beseitigt wird. Doch die Arbeiten schreiten voran, denn durch dieses Gebäude soll, neben einer neuen Ladenfläche, ein etwa zwei Meter breiter, barrierefreier Fußweg ohne Stufe entstehen; von der Herzogstraße in die Fußgängerzone. Sowohl der Durchgang als auch die geplanten Gewerbeeinheiten dienen dem Zweck, das Gebäude zu erhalten, statt abzureißen. Die Fertigstellung ist für Ende Oktober bis Anfang November 2026 geplant.
Der Durchgang wird auch zum geplanten Quartiersplatz führen. Dieser sei laut Leberecht noch nicht „ausdesigned“, doch einiges steht bereits auf dem Programm. „Ziel ist es die Platzfläche aufzuwerten,“ so der Amtsleiter für Stadtentwicklung. Neben einem Spielplatz und Begrünungen ist auch ein Freibereich für gastronomische Gewerbe geplant. Hier wird auch das „Platzhaus“ entstehen (Herzogstraße 27), ein Neubauprojekt mit sechs Eigentumswohnungen und einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoss. Während der Aushub schon auf diesen Mai angesetzt ist, soll das Gebäude Ende Juli nächsten Jahres fertiggestellt sein.
Neben dem zukünftigen „Platzhaus“ und der Fußgängerzone soll der geplante Quartiersplatz auch das Capitol mit dem Areal verbinden. „Ganz im Sinne des Konzepts ‚Stadt der kurzen Wege‘“, ergänzt Ramon Eck. Die Umbauarbeiten zum Platz werden voraussichtlich Mitte 2027 beginnen. Das Umspannwerk im Areal soll noch im September 2026 entfernt werden.
Im Jahre 1789 wurde die Scheune in der Heidelberger Straße 10 erbaut. Auch wenn das denkmalgeschützte Gebäude erhalten bleibt, finden auch hier umfassende Sanierungsarbeiten statt. Zwei Appartements zur privaten Wohnnutzung sollen hier entstehen. Die Fertigstellung ist auf Dezember 2027 angesetzt.Ziel für dieses Jahr ist es bis Winter das Dach fertiggestellt zu haben.Für Prokurist Laurin Schulze, RQI Bravo Capitol GmbH, wird ein Lebenstraum in Erfüllung gehen: Er wird selbst in die fertig sanierte Scheune einziehen.
Nicht alle Gebäude im Sanierungsgebiet bleiben erhalten: In der Herzogstraße 22-24 entsteht eine neue Bebauung mit Doppelhäusern, die insgesamt 10 Wohnungen umfassen sollen. Eine Garage mit 24 Stellplätzen ist ebenfalls vorgesehen. Das bestehende Gebäude soll zwischen Juni und Juli 2026 abgerissen werden; mit der Fertigstellung wird mit Mai 2028 gerechnet.
Das ehemalige Capitol-Lichtspielhaus wurde vor 100 Jahren erbaut. Für das leerstehende Gebäude ist nun eine Mischnutzung aus neun Wohneinheiten und einer Gewerbeeinheit vorgesehen. Alle neun Wohnungen sind bereits verkauft – Fertigstellung und Bezug sind auf Ende des laufenden Jahres angesetzt. Recht neu sind die Fenster an der Südfassade des früheren Kinos, in dessen ehemaliger Bühne 100m² Stahlbeton verlegt wurden und nun Raumstrukturen erkennbar sind.



