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Schlossfestspiele vor neuer Spielzeit

Der neue Intendant hat vieles vor Der Landkreis Neckar-Odenwald sowie der Trägerverein der Schlossfestspiele Zwingenberg luden kürzlich zu einer Pressekonferenz...
Auf dem Gruppenfoto stehen sieben Personen nebeneinander im Innenraum des Besprechungsraumes im Landratsamt in Mosbach. Landrat Dr. Achim Brötel (3. v.l.) und Intendant Holger Ries (4. v.l.) halten ein Plakat der Zwingenberger Schlossfestspiele 2026. V.l.: Geschäftsstellenmitarbeiterin Karin Heiler, Geschäftsführer Jan Egenberger, Landrat Dr. Achim Brötel, Intendant Holger Ries, Geschäftsführerinnen Ilka Zwieb und Heike Brock, Bürgermeister Norman Link.
V.l.: Geschäftsstellenmitarbeiterin Karin Heiler, Geschäftsführer Jan Egenberger, Landrat Dr. Achim Brötel, Intendant Holger Ries, Geschäftsführerinnen Ilka Zwieb und Heike Brock, Bürgermeister Norman Link.Foto: frh

Der neue Intendant hat vieles vor

Der Landkreis Neckar-Odenwald sowie der Trägerverein der Schlossfestspiele Zwingenberg luden kürzlich zu einer Pressekonferenz in das Landratsamt in Mosbach ein (01.12.). Im Mittelpunkt standen die Vorstellung des neuen Intendanten Holger Ries, der die Nachfolge von Rainer Roos antritt, sowie ein Ausblick auf die bevorstehende Spielzeit 2026.

Der Betriebswirt hatte sich in einem Auswahlverfahren gegen 36 Mitbewerber aus dem ganzen Bundesgebiet durchgesetzt.

Holger Ries

Auf Schloss Zwingenberg ist Ries kein Unbekannter: Bereits im Jahr 2019 interpretierte er den „Kilian“ in der Hausoper „Freischütz“ und übernahm 2004 als „Camillo“ seine erste Hauptrolle.

Da Ries weiterhin einer Vollzeitbeschäftigung in einem Unternehmen nachgeht, sind seine Aufgaben als Intendant etwas anders zugeschnitten als noch bei seinem Vorgänger. Ein zusätzlicher musikalischer Leiter wird ihn unterstützen, damit er sich in der künstlerischen Leitung auf Kernaufgaben wie die Besetzung der Rollen konzentrieren kann.

„Evita“ & Co.

Als zentrales Stück für die Spielzeit 2026 wählten die Verantwortlichen das Musical „Evita“ aus. Es handelt sich hierbei laut Ries um ein durchaus anspruchsvolles Unterfangen. „Evita ist nicht gerade einfach“, betonte der Intendant mit Blick auf die Einbindung eines – wenn auch leistungsstarken – Laienchors. Für diesen würden insbesondere noch männliche Stimmen gesucht.

Das bewährte Konzept der Schlossfestspiele sieht vor, dass Profis gemeinsam mit guten Laiendarstellern sowie Chören aus der Region auf der Bühne stehen. Neu dabei ist voraussichtlich die Mosbacher Show-Turngruppe „Exotica“, deren Zusage zwar noch ausstünde, die Ries jedoch als „zu 90 Prozent sicher“ einstufte.

Neben dem Hauptstück ragt im Spielplan das Format „Rock Symphonies“ unter der musikalischen Leitung von Oliver Vogt heraus. Zum Ensemble gehört hier unter anderem die aus Waldbrunn stammende Sonja Westermann.

Familienprogramm

Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem Angebot für die jüngsten Besucher. Gezeigt werden soll unter anderem ein Ritterstück. Ries merkte an, dass es nach seiner Auffassung „ein schöneres Programm kaum geben kann“.

Geschäftsführer Jan Egenberger hob hervor, dass man großen Wert darauf lege, dass die Festspiele für jedermann zugänglich sind, weshalb man auf Begrifflichkeiten wie „Gala“ diesmal verzichtet habe. Mit ihm vertraten die weiteren Geschäftsführerinnen Heike Brock und Ilka Zwieb sowie die Geschäftsstellenmitarbeiterin Karin Heiler den Trägerverein bei dem Medientermin. Ebenso war der Bürgermeister von Neckargerach und Zwingenberg, Norman Link, bei der Pressekonferenz zugegen.

Wirtschaftlichkeit

Landrat Dr. Achim Brötel, der auch Vorstandsvorsitzender des Trägervereins ist, zeigte sich erfreut über die Zusammenstellung des Spielplans. Er wies auf die solide finanzielle Basis hin, mit der man „in die Nähe einer schwarzen Null“ komme. Rund 55 Prozent der Kosten decken die Einnahmen selbst ab. Der Rest finanziert sich durch Sponsoren, Spenden und Zuschüsse. Der Gesamtetat beträgt etwas über 500.000 Euro.

Neue Akzente

Dass er selbst beruflich aus der Ökonomie kommt, sah Intendant Ries nicht als Vorzeichen für eine pragmatischere Ausrichtung, schloss aber auch nicht aus, dass seine Handschrift den „Event-Charakter“ stärken und das Besucherspektrum verbreitern könnte.

In Bezug auf Regisseur Kai Hüsken hob Ries abschließend hervor, dass dieser die in seiner Profession seltene Stärke besitze, „mit relativ wenig Geld auszukommen“ – was letztlich eine entscheidende Grundlage dafür sein dürfte, um Schlossfestspiele im ländlichen Raum erfolgreich zu gestalten. „Für Madonna würde unser Budget nicht reichen“, kommentierte Landrat Brötel schmunzelnd.

Hingewiesen wurde auf den Beginn des Kartenvorverkaufs am 08.12. Mehr Informationen zu den Zwingenberger Schlossfestspielen sind zu finden unter www.schlossfestspiele-zwingenberg.de. (frh)

Erscheinung
Stadtanzeiger Mosbach
Ausgabe 50/2025
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
10.12.2025
Orte
Mosbach